Carl Vasquez: Gewölbe der vorzüglichsten Handelsleute, kolorierte Kreidelithografie, um 1835

'Shopping' zu Kaisers Zeiten

Wie Habsburger und Bevölkerung einkauften

1848–1913

Ob beim Luxusausstatter in gediegener Atmosphäre oder im prächtigen Warenhaus mit modernster Ausstattung, in Wien ließ es sich gut einkaufen – zumindest für diejenigen, die genug Geld hatten.

Der „Wiener Geschmack“ war berühmt: Damit war beispielsweise das Luxus- und Kunsthandwerk gemeint. Das Wien des 19. Jahrhunderts kann durchaus als  ‘Konsumstadt‘ bezeichnet werden. Schon damals fanden sich in bestimmten Gesellschaftsschichten wesentliche Merkmale des modernen Konsums: Eine Vielfalt an Waren, Werbung für diese Waren, ‚bewusstes‘ Einkaufen (Freizeit, Vergnügen) und die ‚Entstehung‘ von Konsumsubjekten. Die Einkaufsmöglichkeiten der KonsumentInnen waren freilich recht unterschiedlich: Während der Hof, der Adel und das Bürgertum etwa bei teuren HoflieferantInnen kauften, versorgten sich die sozialen Unterschichten auf (Tandler)Märkten und in Konsumgenossenschaften, wo die Waren billiger waren.

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