Exklusives und riesige Mengen – Habsburgische Bestellungen beim k. k. Hoflieferanten

Firma Lobmeyr: Weinglas mit Doppeladler und Kerbschliff, um 1900

Franz Xaver Winterhalter: Kaiserin Elisabeth in Balltoilette mit Diamantsternen im Haar, Ölgemälde, 1865

Fritz l'Allemand: Festbankett in der Großen Galerie, Ölgemälde, 1861

Kinderausrüstung für die k.u.k. Infanterie, um 1900

Möchten Sie Sisis Haarsterne selbst tragen? Das ist – für ein kleines Vermögen – tatsächlich möglich, denn ein Wiener Juwelier stellt den bekannten Haarschmuck der Kaiserin noch immer her.

Firma Lobmeyr: Weinglas mit Doppeladler und Kerbschliff, um 1900

Franz Xaver Winterhalter: Kaiserin Elisabeth in Balltoilette mit Diamantsternen im Haar, Ölgemälde, 1865

Fritz l'Allemand: Festbankett in der Großen Galerie, Ölgemälde, 1861

Kinderausrüstung für die k.u.k. Infanterie, um 1900

Die Originale stammten von den Juwelieren Köchert und Pioté; als k. k. Hof- und später auch Kammerlieferanten waren sie außerdem  für die Erhaltung der Krönungsinsignien verantwortlich und übernahmen zudem kostenlos die Pflege der Kronjuwelen.

Die kaiserliche Familie bzw. der kaiserliche Hof bestellten bei den HoflieferantInnen aber nicht nur Luxusgegenstände, sondern auch ganz alltägliche Dinge wie Nahrungsmittel, Kleidung oder Hausrat. Besonders die Lebensmittel beanspruchten einen recht großen Teil des Hofbudgets. Ähnlich hoch waren die Auslagen, wenn es um die Versorgung mit Geschirr und Gläsern ging, denn für ein kaiserliches Bankett benötigte man über tausend Gläser. Beträchtlich war auch der Alkoholverbrauch: Für eine Tafel mit 24 Gästen wurden in etwa 12 Liter Wein, also ein halber Liter pro Gast gerechnet. Am Hof wurden jährlich rund 3.360 bis 4.480 Hektoliter Wein verbraucht – das entspricht in etwa acht kleinen Schwimmbecken.

Für die Wiener Residenz, die Burg in Ofen und das Schloss Miramare bekam der Glashändler Lobmeyr den lukrativen Auftrag für die Gesamtausstattung mit Tafelgläsern. Für kleinere Gewerbetreibende war es schwierig, in diesen Dimensionen zu liefern und Aufträge des Hofes zu erhalten.

Die Hoflieferanten nahmen direkte Bestellungen der kaiserlichen Familie entgegen. Auch die Jagdleidenschaft der Habsburger schlug sich in den Rechnungsbüchern der Lieferanten nieder – hier tat sich vor allem Erzherzog Franz Ferdinand hervor, von dem seitenlange Bestellungen beim Waffengeschäft Johann Springer’s Erben überliefert sind.

Christina Linsboth