Druckversion

Das Image einer Dynastie
1741–1914

Imagepflege, branding, etc. sind Begriffe, die man eher der modernen Kommunikationskultur zuordnen würde.

Aber auch zu manchen Habsburgern haben wir einige Bilder im Kopf:

Die große Landesmutter Maria Theresia, der volksnahe Reformkaiser Joseph II., der grüne Erzherzog Johann, Franz Joseph, dem als Fels in der Brandung nichts erspart blieb …

Manche dieser Bilder sind sehr präsent und etabliert, sie zu umgehen ist fast unmöglich. Oft machen sie den Eindruck einer scheinbar natürlichen Überlieferung im Geschichtsbewusstsein der Allgemeinheit. Dahinter standen jedoch Kalkül und Herrscher, die in ihrer Politik gewollt Schwerpunkte setzten und dies ihrer Umwelt – sei es das ‚einfache Volk‘ oder die konkurrierenden Staaten – vermitteln wollten. In einer Zeit vor dem Aufkommen der modernen Massenmedien geschah dies in erster Linie mit den Mitteln der Bildenden Kunst, die am dauerhaftesten in Form von Denkmälern und Inschriften, von Gemälden und Bauten die Botschaft transportierte. Aber auch die staatlich gelenkte ‚patriotische‘ Geschichtsschreibung und die bewusste Steuerung der Presse durch Zensur wurden eingesetzt, um eine positive Sichtweise auf die Dynastie und ihrer Mitglieder zu festigen. Und manchmal waren die Habsburger derart erfolgreich in diesem Bemühen, dass uns diese Bilder vereinfacht bis heute als Klischees in der Tourismuswerbung entgegentreten.

 

Kapitel