Die Hofwäschekammer

Theo Zasche: In der Hofwäschekammer, Zeichnung, 1898

Feine Leinenwäsche war ein wesentlicher Repräsentationsfaktor an der kaiserlichen Tafel.

Theo Zasche: In der Hofwäschekammer, Zeichnung, 1898

Feine Leinenwäsche war ein wesentlicher Repräsentationsfaktor an der kaiserlichen Tafel. Zum kaiserlichen Haushalt gehörte neben der Hofküche, dem Hofkeller und der Hofzuckerbäckerei daher auch eine Hofwäschekammer. Seit 1809 war die Hofwäschekammer ein eigenständiger Hofdienst, durch den die gesamte Küchen- und Tafelwäsche gewaschen, gebügelt, gelagert und bei Bedarf neu angekauft wurde.

Zum kaiserlichen Tafeldienst wurden zwei Gattungen von Wäsche benötigt, die Hofmundwäsche bestehend aus Tafeltüchern und Servietten und die Hoftafelwäsche, zu der Kredenztücher und Einbindtücher gehörten, die zum Einpacken von Geschirr und Lebensmitteln dienten.

Das k. k. Hofwaschhaus befand sich am Donaukanal. Die Räume der Hofwäschekammer waren in der Wiener Hofburg seit 1902 im Erdgeschoss des Reichskanzleitraktes untergebracht. Hier arbeiteten zu Kaisers Zeiten die Hofwäschewahrerinnen. Der ehemalige Hofdienst ist auch in der Zweiten Republik lebendig geblieben. Noch heute falten die Beschließerinnen der Bundesmobilienverwaltung in diesen Diensträumen die Servietten für Staatsdiners des Bundespräsidenten. Hier wird das „Staatsgeheimnis“ über die korrekte Faltung der Kaiser-Serviette gewahrt.