Theo Zasche: Die Obersthofmeister seiner Majestät: Fürst Rudi Liechtenstein und Fürst Alfred Montenuovo, Zeichnung, 1898

Theo Zasche: Hofbeamte, Zeichnung, 1898

Theo Zasche: Leibkutscher und Leibjäger beim Wagen seiner Majestät, Zeichnung, 1898

Theo Zasche: Leibkammerdiener Rudolf Rottner im Schlafzimmer des Kaisers, Zeichnung, 1898

Theo Zasche: Zimmeraufseher Josef Traxler, Zeichnung, 1898

Theo Zasche: In der Hofwäschekammer, Zeichnung, 1898

Klasse trotz Masse: Diensthierarchien am Kaiserhof

Theo Zasche: Die Obersthofmeister seiner Majestät: Fürst Rudi Liechtenstein und Fürst Alfred Montenuovo, Zeichnung, 1898

Theo Zasche: Hofbeamte, Zeichnung, 1898

Theo Zasche: Leibkutscher und Leibjäger beim Wagen seiner Majestät, Zeichnung, 1898

Theo Zasche: Leibkammerdiener Rudolf Rottner im Schlafzimmer des Kaisers, Zeichnung, 1898

Theo Zasche: Zimmeraufseher Josef Traxler, Zeichnung, 1898

Theo Zasche: In der Hofwäschekammer, Zeichnung, 1898

Titel und Rang waren das Um und Auf des Lebens bei Hof. Hier kam die den WienerInnen oft nachgesagte Titelsucht in ihrer extremsten Form zum Vorschein. Jeder und jede der mehr als 2.000 Angestellten des Hofes hatte einen fixen Platz in der Hierarchie.

Theo Zasche: Die Obersthofmeister seiner Majestät: Fürst Rudi Liechtenstein und Fürst Alfred Montenuovo, Zeichnung, 1898

Theo Zasche: Hofbeamte, Zeichnung, 1898

Theo Zasche: Leibkutscher und Leibjäger beim Wagen seiner Majestät, Zeichnung, 1898

Theo Zasche: Leibkammerdiener Rudolf Rottner im Schlafzimmer des Kaisers, Zeichnung, 1898

Theo Zasche: Zimmeraufseher Josef Traxler, Zeichnung, 1898

Theo Zasche: In der Hofwäschekammer, Zeichnung, 1898

Man schmückte sich mit klingenden Bezeichnungen, unterschied in wirkliche und unwirkliche, obere und untere Hofwürden, Hofdienste und Hofämter, teilte penibel in Dienstklassen und Ränge.

Der Aufstieg in eine höhere Dienstklasse war nur durch langsame, aber stetige Schritte möglich. Nicht unbedingt Leistung, sondern Geduld war oberste Tugend. Jahrelange Erfahrung in den oft nur aus der Tradition heraus verständlichen Abläufen, Loyalität und Diskretion waren die wichtigsten Anforderungen. Eigenverantwortung war nicht unbedingt gefragt, man war ja eingebettet in strenge Befehlsketten. Dies war auch eine Art Schutz für die unteren Chargen, denn Vergehen wurden als mangelnde Kontrolle durch Vorgesetzte gewertet. Das auffälligste Merkmal der höfischen Personalpolitik waren jedoch die unüberwindlichen sozialen Hierarchien.

Denn nicht jeder konnte alles werden, es gab viele ‚gläserne Plafonds‘ – der Geburtsstand war ausschlaggebend für manche Posten. Ein Küchenjunge gehörte zwar ebenso zum Hofstaat wie der der Hofküche vorstehende Oberstküchenmeister, konnte aber auch bei noch so fleißiger Pflichterfüllung niemals auf dessen Posten aufsteigen – denn dafür fehlte ihm die standesmäßige Vorraussetzung der altadeligen Abstammung (Hoffähigkeit).

Denn die höchsten – und auch bestbezahlten – Posten waren als adelige Hofwürden oder Hofchargen dem hohen Adel vorbehalten. Deren Exklusivität kommt dadurch zum Ausdruck, dass die hierfür in Frage kommenden Personen mindestens im Grafenrang stehen mussten.

Die nächste Kaste bildeten die Hofbeamten, die in der Administration tätig waren und keine körperlichen Tätigkeiten ausführten. Diese verfügten in der Regel über eine fundierte juristische oder kaufmännische Ausbildung. Der höchste Posten für eine bürgerliche Person am Hof war der des Kanzleidirektors als Verwaltungschef des Obersthofmeisteramtes im Range eines Hofrates.

Eine Stufe darunter rangierten die Hausoffiziere. Diese waren in Funktionen eingesetzt, wo eine fachlich-handwerkliche Ausbildung notwendig war. Ebenfalls in diese Rangklasse fielen Personen, deren Tätigkeitsbereich ein besonderes Naheverhältnis zum Monarchen zur Folge hatte, wie zum Beispiel die Kammerdiener.

Die unterste Klasse wurde von den so genannten einfachen DienerInnen gebildet. Diese waren in allen Bereichen der Hofwirtschaft zu finden, verrichteten oft schwere oder monotone Arbeiten und bildeten die zahlenmäßig größte Gruppe.

Martin Mutschlechner