Artur Halmi: Speisenbeförderung in Ischl, Zeichnung, 1898

Zu ebener Erd’ und im ersten Stock

Arbeiten für Habsburg

1848–1913

„Führender Dienstleistungsanbieter mit 600-jähriger Erfahrung und erlauchter Klientel sucht Verstärkung für sein Team: Sie schätzen strenge Hierarchien und können sich unterordnen? Sie verfügen über ordentliches Sitzfleisch und Tradition bedeutet Ihnen alles? Dann senden Sie Ihre aussagekräftige Bewerbung an das k. u. k. Obersthofmeisteramt, Hofburg, Wien I.“

Diese fiktive Stellenanzeige für einen Posten bei Hofe skizziert das Anforderungsprofil, welches im Hause Habsburg vom Personal zu erfüllen war.

Der kaiserliche Hof umfasste zur Zeit Kaiser Franz Josephs mehr als 2.000 Angestellte und war somit der größte Wirtschaftskomplex und Arbeitgeber im Wien des 19. Jahrhunderts. Diese riesige Maschinerie war ein logistisch ausgereiftes System, das die Versorgung und Unterbringung nicht nur der allerhöchsten Majestäten, sondern auch der Angestellten des kaiserlichen Hofstaates samt deren Familien gewährleisten musste.

Der Wiener Hof  bildete sozusagen eine ‚Stadt in der Stadt‘, deren Bewohner eine eigene eingeschworene Gemeinschaft bildeten – mit ihren eigenen Regeln und Gebräuchen.

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