BürgerInnen fassen Mut! Die ersten öffentlichen Reden

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Am ersten Revolutionstag in Wien setzte sich die Bevölkerung auch über die Zensurvorschriften hinweg. Adolf Fischhof übte heftig Kritik in der ersten öffentlichen Rede dieses Landes.

„Wir haben heute eine ernste Mission zu erfüllen. Es gilt, ein Herz zu fassen, entschlossen zu sein und mutig auszuharren. Wer an diesem Tag keinen Mut hat, gehört in die politische Kinderstube. (…) Eine übel beratene Staatskunst hat die Völker Österreichs auseinandergehalten, sie müssen sich jetzt brüderlich zusammenfinden und ihre Kräfte durch Vereinigung erhöhen. Die Schwächen der Nationalität werden hierbei in den Tugenden der anderen ihren Ausgleich finden und die Vorzüge aller durch ihre Zusammenfassung eine Steigerung erfahren.“

„Ja, auf uns ruht der schwere Fluch eines erstickenden Qualms. Aus den Beinkammern des Wiener Systems weht eine verpestete Luft uns an, die unsere Nerven lähmt, unseren Geistesflug bannt (…) Eine Dynastie, die sich auf die Freiheit der Völker stützt, wird stets Enthusiasmus erregen, denn von Herzen treu kann nur ein freier Mann sein. (…) Ja, löbliche Stände! Es ist meine feste Überzeugung, daß die Zukunft der Dynastie an die Verbrüderung der verschiedenen Völker der Monarchie gebunden ist, und diese Verbrüderung kann mit Achtung der bestehenden Nationalitäten nur der Kitt der Konstitutionalität zustande bringen, der überall verwandte Gefühle erweckt. Bureaus und Bajonette sind ein elendes Verbindungsmittel. (…)“

„Wir haben heute eine ernste Mission zu erfüllen. Es gilt, ein Herz zu fassen, entschlossen zu sein und mutig auszuharren. Wer an diesem Tag keinen Mut hat, gehört in die politische Kinderstube. (…) Eine übel beratene Staatskunst hat die Völker Österreichs auseinandergehalten, sie müssen sich jetzt brüderlich zusammenfinden und ihre Kräfte durch Vereinigung erhöhen. Die Schwächen der Nationalität werden hierbei in den Tugenden der anderen ihren Ausgleich finden und die Vorzüge aller durch ihre Zusammenfassung eine Steigerung erfahren.“

So leitete Adolf Fischhof am Morgen des 13. März 1848 den Beginn der Revolution in Österreich mit der ersten öffentlich gehaltenen politischen Rede dieses Landes ein. Ebenso wurde die in einer Flugschrift in deutscher Sprache abgedruckte Rede des Ungarn Ludwig Kossuth, die er am 3. März vor dem Reichstag in Pressburg gehalten hatte, in Wien verteilt und verlesen.

„Ja, auf uns ruht der schwere Fluch eines erstickenden Qualms. Aus den Beinkammern des Wiener Systems weht eine verpestete Luft uns an, die unsere Nerven lähmt, unseren Geistesflug bannt (…) Eine Dynastie, die sich auf die Freiheit der Völker stützt, wird stets Enthusiasmus erregen, denn von Herzen treu kann nur ein freier Mann sein. (…) Ja, löbliche Stände! Es ist meine feste Überzeugung, daß die Zukunft der Dynastie an die Verbrüderung der verschiedenen Völker der Monarchie gebunden ist, und diese Verbrüderung kann mit Achtung der bestehenden Nationalitäten nur der Kitt der Konstitutionalität zustande bringen, der überall verwandte Gefühle erweckt. Bureaus und Bajonette sind ein elendes Verbindungsmittel. (…)“

Anita Winkler