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Wiener (Volks)Krankheiten
1764–1913

Mit Wasserkuren, Pockenimpfungen und praktischer Medizinausbildung wurde versucht, Krankheiten und Epidemien zu bekämpfen. Joseph II. kaufte anatomische Wachspräparate aus Italien ein, an denen sich Medizinstudenten anatomisches Wissen aneignen sollten. Er ließ auch eine ‚Irrenanstalt‘ im Allgemeinen Wiener Krankhaus errichten. Damit wurden die ‚nützlichen‘ Untertanen von den ‚unnützen‘ getrennt und in weiterer Folge zu einer Randgruppe der Gesellschaft stigmatisiert. Spätestens als mit Sigmund Freud die Psychoanalyse populär wurde, gab es die Möglichkeit „Geisteskranke“ zu kurieren.

Mit den Syphiliserkrankungen geriet auch die Prostitution ins Blickfeld der Gesundheits- und Sittenpolizei. Die Überwachung und gesundheitliche Kontrolle von Prostituierten diente nicht nur zur Minimierung von Syphiliserkrankungen, sondern brachte auch eine moralische Abwertung der Betroffenen mit sich.

 

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