Tobias Querfurt der Jüngere: Maria Theresia besichtigt 1745 das Lager der pragmatischen Armee bei Heidelberg, Gemälde

Elias Hütter: Maria Theresia, Porträtbüste aus Biskuitporzellan, 1861

Suppenteller mit Porträtmedaillon Friedrichs II. von Preußen nach Löschenkohl, Wiener Porzellanmanufaktur, 1780

Martin van Meytens: Maria Theresia mit Maske im orientalischen Kostüm, Ölgemälde, um 1744

Martin van Meytens (zugeschrieben): Joseph II. als junger Kaiser und Mitregent, Ölgemälde, um 1765

Friedliebende Landesmutter gegen größenwahnsinnigen Neurotiker?

Tobias Querfurt der Jüngere: Maria Theresia besichtigt 1745 das Lager der pragmatischen Armee bei Heidelberg, Gemälde

Elias Hütter: Maria Theresia, Porträtbüste aus Biskuitporzellan, 1861

Suppenteller mit Porträtmedaillon Friedrichs II. von Preußen nach Löschenkohl, Wiener Porzellanmanufaktur, 1780

Martin van Meytens: Maria Theresia mit Maske im orientalischen Kostüm, Ölgemälde, um 1744

Martin van Meytens (zugeschrieben): Joseph II. als junger Kaiser und Mitregent, Ölgemälde, um 1765

Maria Theresia gegen Friedrich II. von Preußen – dieses harte Duell war wohl das, was man als Erzfeindschaft bezeichnen könnte. Ausgetragen wurde es von Soldaten, die auf den Schlachtfeldern ihr Leben riskieren mussten.

Tobias Querfurt der Jüngere: Maria Theresia besichtigt 1745 das Lager der pragmatischen Armee bei Heidelberg, Gemälde

Elias Hütter: Maria Theresia, Porträtbüste aus Biskuitporzellan, 1861

Suppenteller mit Porträtmedaillon Friedrichs II. von Preußen nach Löschenkohl, Wiener Porzellanmanufaktur, 1780

Martin van Meytens: Maria Theresia mit Maske im orientalischen Kostüm, Ölgemälde, um 1744

Martin van Meytens (zugeschrieben): Joseph II. als junger Kaiser und Mitregent, Ölgemälde, um 1765

1740 gelangten in Österreich und Preußen zwei Personen an die Macht, die sich an Härte um nichts nachstanden: Maria Theresia und Friedrich II. Maria Theresia wollte unbedingt den Großmachtstatus ihrer Dynastie erhalten und gegenüber ihrem Kontrahenten Friedrich II. verteidigen. Sie betete inständig um die Vernichtung Friedrichs, den sie als „Monstrum“ bezeichnete. Und der Konflikt entbrannte auch gleich in voller Brutalität im Österreichischen Erbfolgekrieg. Der Verlust Schlesiens an den Erzfeind Friedrich war in diesem Krieg besonders schmerzhaft für Maria Theresia. Sie wollte eine Revanche, was den noch umfassenderen Siebenjährigen Krieg entfachte.

In der habsburgerfreundlichen Geschichtsschreibung wird das Duell zwischen Maria Theresia und Friedrich II. besonders scharf dargestellt: Die preußische Hohenzollern-Dynastie gerät darin zum Inbegriff des größenwahnsinnigen Angreifers, die Habsburger dagegen werden als fromme Familie von friedliebenden Menschenfreunden dargestellt. Friedrich und Maria Theresia scheinen sich für diese Gegenüberstellung gut zu eignen: Ihm wird alles Üble angedichtet, sie dagegen mutiert zur engelsgleichen Gestalt. Der Historiker Friedrich Weissensteiner etwa charakterisiert Friedrich II. als „listigen, gerissenen, skrupellosen Neurotiker“ und kalkulierenden Machtmenschen. Demgegenüber steht die mütterliche und friedliebende Kaiserin, die „beherzte, offene und geradlinige“ Maria Theresia.

Trotz dieser österreichisch-preußischen Feindschaft waren die bürokratischen Reformen in Preußen Antrieb und Vorbild für ähnliche Maßnahmen in den habsburgischen Gebieten. Maria Theresia war jedoch über die Annäherung ihres Sohnes Joseph II. an ihren Erzfeind wenig erfreut: Joseph bezeichnete Friedrich zwar als Schurken, nahm sich aber seine militärischen Erfolge zum Vorbild und wollte die habsburgische Armee zu einem ebenbürtigen Gegner aufrüsten. Während Maria Theresias Propaganda eine bewusste Abgrenzung zum aggressiven preußischen Militärstaat vornahm, hatte Preußen unter Joseph II. eine Vorbildfunktion für die Habsburger. Friedrich schätzte Josephs Ambitionen so ein, dass dieser beabsichtige, „die preußische Monarchie vollständig zu zertrümmern, um widerstandslos seine despotische Herrschaft in Deutschland aufzurichten“.

Stephan Gruber