Kronprinz Rudolf in seinem Studierzimmer. Xylografie nach Zeichnung von Theodor Breidwiser, 2. H. 19. JH.

Kronprinz Rudolf bei einer Redaktionssitzung zu "Die österreichisch- ungarische Monarchie in Wort und Bild", Blatt aus "Über Land und Meer - Allgemeine Illustrierte Zeitung" nach einer Originalzeichnung von W. Gause, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Der Kronprinz in Opposition zum Kaiser

Kronprinz Rudolf in seinem Studierzimmer. Xylografie nach Zeichnung von Theodor Breidwiser, 2. H. 19. JH.

Kronprinz Rudolf bei einer Redaktionssitzung zu "Die österreichisch- ungarische Monarchie in Wort und Bild", Blatt aus "Über Land und Meer - Allgemeine Illustrierte Zeitung" nach einer Originalzeichnung von W. Gause, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Rudolf war vom bürgerlichen Leistungsdenken geprägt: Er entwickelte den Ehrgeiz, als Persönlichkeit, und nicht nur wegen seines Namens, von intellektuellen Kreisen anerkannt zu werden.

Der Rudolf plauscht schon wieder!

 

Franz Joseph über Rudolf

Der letzte Hofrat hat einen größeren Wirkungskreis als ich! Ich bin zum Nichtstun verdammt!

 

Rudolf über seine Position bei Hof.

Kronprinz Rudolf in seinem Studierzimmer. Xylografie nach Zeichnung von Theodor Breidwiser, 2. H. 19. JH.

Kronprinz Rudolf bei einer Redaktionssitzung zu "Die österreichisch- ungarische Monarchie in Wort und Bild", Blatt aus "Über Land und Meer - Allgemeine Illustrierte Zeitung" nach einer Originalzeichnung von W. Gause, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Sein besonderes Interesse galt den Naturwissenschaften: Er veröffentlichte u. a. wissenschaftliche Abhandlungen auf dem Gebiet der Vogelkunde, die in Fachkreisen durchaus gewürdigt wurden.

Außerdem war der Kronprinz auch publizistisch tätig: Rudolf war der Herausgeber der 24-bändigen Reihe „Österreich-Ungarn in Wort und Bild“, die auch im Andenken an den Hauptinitiator als „Kronprinzenwerk“ bekannt ist. Gemäß dem Leitsatz „Einheit in der Vielfalt“ sollte das ambitionierte Projekt den Staatspatriotismus der Bürger der vom Nationalismus bedrohten Monarchie stärken.

Rudolf entwickelte äußerst liberale politische Ansichten. Seine Ideen waren sehr idealistisch, seine visionären Gedanken boten jedoch oft keine Lösungen für konkrete Probleme. Der Kronprinz geriet dadurch zunehmend in Opposition zu seinem Vater, dem regierenden Kaiser. Rudolf war daher gezwungen, seine oppositionellen Ansichten unter Pseudonymen in Zeitungen zu veröffentlichen. Dadurch setzte er sich in Gegnerschaft zu den konservativen Kreisen des Wiener Hofes, wo er zunehmend zum Fremdkörper wurde. Rudolf war gezwungen, eine Art Doppelleben führen: nach außen musste er sein Einverständnis mit dem Vater und den führenden Gestaltern der Politik vortäuschen, wobei die Differenzen zwischen ihm und dem Hof zunehmend unüberbrückbar wurden. 

Martin Mutschlechner