„Medizin im Ersten Weltkrieg“

Soldat mit Gesichtsverletzung, Foto, 1915–1917

Soldat mit Gesichtsverletzung, Foto, 1915–1917

Der Einsatz neuer Waffentechniken sowie die massenhafte Mobilisierung von Soldaten stellte auch die Medizin vor neue Herausforderungen. Der Krieg brachte eine Reihe neuer Verletzungen, etwa durch Granatsplitter, Hochgeschwindigkeitsgeschosse oder Giftgas hervor. Bisher unbekannte Zahlen von Verwundeten erforderten eine straffe Organisation der medizinischen Betreuung sowie den Einsatz von Freiwilligen in der Krankenpflege. Die vielen verletzten oder infektionskranken Soldaten, die an einer der typischen Kriegsseuchen, wie Typhus, Cholera oder Fleckfieber litten, brachten das medizinische Versorgungssystem bald an seine Grenzen. Infolge der Anforderungen, die der Krieg an die Medizin stellte, konnten in bestimmten medizinischen Bereichen, wie der plastischen Chirurgie, der Prothetik, der Kampfgasforschung, der Bluttransfusion oder der bakteriologischen Hygiene, wesentliche Fortschritte erzielt werden. Die vielschichtige Beziehung zwischen Krieg und Medizin, die Indienstnahme letzterer sowie der Nutzen, den sie aus der spezifischen Kriegssituation ziehen konnte, sind wesentliche Fragestellung der Medizingeschichte im Ersten Weltkrieg.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie online unter www.habsburger.net/ersterweltkrieg in den Kapiteln:

  1. Der Krieg als Laboratorium - Zur Frage der Indienstnahme des Krieges für die Medizin
  2. Medizin als Waffe - Die Instrumentalisierung der Medizin für den Krieg
  3.  „ …die Doktoren hatten nicht einmal Schürzen über ihrer Uniform.“ - Die medizinische Krankenversorgung an der Front
  4. Von Waffen und Wunden  - Waffentechnologie und Wundversorgung im Ersten Weltkrieg
  5. „Der innere Feind“ - Kriegsseuchen in der österreichisch-ungarischen Armee
  6. Im Kampf gegen den ‚inneren Feind’ - Vorbeugung und Behandlung von Kriegsseuchen innerhalb der österreichisch-ungarischen Armee
  7. Der innere Feind schlägt ein letztes Mal zu - Die Spanische Grippe von 1918
  8. Vom Zucken, Zittern und Torkeln - Kriegsneurotiker und Militärpsychiatrie im Ersten Weltkrieg
  9. Zwischen Hysterie und Neurasthenie - Diagnostik von Nervenkrankheiten im Ersten Weltkrieg
  10. Nervenversager oder Simulanten? - Die psychiatrische Behandlung von Kriegsneurotikern

Michi Scharf