„In Feindeshand“ - Kriegsgefangene im Ersten Weltkrieg

Massentransport russischer Kriegsgefangener aus der Karpatenschlacht; 1916, Foto (Aus: Der Weltkrieg in seiner rauhen Wirklichkeit, München 1926)

Massentransport russischer Kriegsgefangener aus der Karpatenschlacht; 1916, Foto (Aus: Der Weltkrieg in seiner rauhen Wirklichkeit, München 1926)

Niemals zuvor wurden so viele Soldaten mobilisiert, und niemals zuvor gerieten so viele von ihnen „in die Hand des Feindes“. Die Militäradministrationen waren der Herausforderung, Millionen fremder Heeresangehöriger über Jahre hindurch versorgen zu müssen, vielfach nicht gewachsen. An den Aufenthaltsorten der Kriegsgefangenen herrschten oft katastrophale Bedingungen.
Die Situation besserte sich vor allem deshalb, weil ein Großteil der Gefangenen die ursprünglichen Unterbringungsorte verließ: Immer größere Kontingente wurden in verschiedenen Wirtschaftsbereichen als Arbeitskräfte eingesetzt. Im Zuge des Arbeitseinsatzes der Kriegsgefangenen kam es teilweise zu engeren Kontakten mit der lokalen Bevölkerung. Unter solchen Bedingungen verringerte sich die Wirkung von Feindbildern, wie sie die Propaganda bewusst verstärkt hatte.
In den jeweiligen „Nehmestaaten“ wurden die Kriegsgefangenen zu Zeugen der Revolutionen und des Zusammenbruchs der alten Monarchien. Diese Erfahrungen prägten sie auf unterschiedliche Art und Weise weit über das Kriegsende hinaus.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie online unter www.habsburger.net/ersterweltkrieg in den Kapiteln:

  1. Zahlen und Dimensionen der Kriegsgefangenenproblematik
  2. Gefangennahme
  3. Die Situation der Kriegsgefangenen in Österreich-Ungarn
  4. Humanitäre Katastrophen in der Gefangenschaft
  5. Hilfsmaßnahmen für Kriegsgefangene
  6. Nationale Propaganda unter Kriegsgefangenen
  7. Das Verhältnis der Kriegsgefangenen zur Zivilbevölkerung
  8. Die Bedeutung der Gefangenenarbeit
  9. Zeugen und Akteure der Revolution
  10. „Rücktransport“ aus der Gefangenschaft
  11. Schwierige Heimkehr

Verena Moritz