1282–1406

Ein König und sein Mörder

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Albrecht I. war nach seinem Vater der zweite habsburgische König des Heiligen Römischen Reiches. Er wurde von seinem Neffen ermordet.

Herzog Albrecht, der Sohn König Rudolfs I., war ab 1283 der alleinige Herrscher über Österreich, die Steiermark, Krain und die Windische Mark. In diesen Ländern konnte er, gestützt von seinem Vater, seine Herrschaft ausbauen. Wenn sich ihm Landherren widersetzten, griff Albrecht zu den Waffen und vertrieb einige Adelige, etwa die Grafen von Schaunberg in Oberösterreich. Wichtige Positionen vergab er an Verbündete aus dem schwäbischen Raum, die den Habsburgern nach Österreich gefolgt waren. Widerstand gegen Albrecht, der alte Privilegien der Städte und Landherren missachtete, wurde zunächst in Wien geübt: 1287 kam es zum Aufstand der Handwerker – Albrecht flüchtete in die Burg auf dem Leopoldsberg nördlich der Stadt, bis sich die Lage beruhigte.

Nach dem Tod seines Vaters konnte Albrecht nicht unmittelbar als römisch-deutscher König nachfolgen: Den Kurfürsten waren die Habsburger zu mächtig geworden, sie wählten 1292 daher Adolf von Nassau. Albrecht musste seine Ansprüche aufschieben und stattdessen mit weiteren Revolten fertig werden: Er zog in die Schweiz, um dort seine Position zu sichern. Auch in Tirol, Kärnten und Krain gab es Unruhen. 1295 wurde die Lage in Österreich heikel: Albrecht erkrankte schwer, was die österreichischen Landherren für eine Rebellion nutzten. Im folgenden Jahr konnte Albrecht aber mit seinen Truppen die Lage beruhigen.

Unterdessen geriet der römisch-deutsche König Adolf von Nassau zunehmend in Schwierigkeiten, 1298 setzten ihn die Kurfürsten ab. Es kam zur Schlacht zwischen den Ritterheeren Albrechts und Adolfs von Nassau, in der Adolf getötet wurde. Nun wurde Albrecht zum neuen römisch-deutschen König gewählt.

Seine letzten Lebensjahre brachten Albrecht einige Niederlagen. In den Auseinandersetzungen um die böhmische Krone konnte er keinen dauerhaften Erfolg erringen. Auch im Heiligen Römischen Reich gab es Unruhen. Entscheidungen konnte Albrecht nicht mehr herbeiführen – er wurde nämlich umgebracht: 1308 hielt sich Albrecht wieder in der Schweiz auf. Dort lebte auch sein Neffe Johann, der nun von Albrecht die Herausgabe des ihm zustehenden Erbes verlangte. Albrecht vertröstete Johann auf einen späteren Zeitpunkt. Die Rache des erbosten Neffen ließ nicht lange auf sich warten: Noch am selben Tag tötete er, unterstützt von einigen Verschwörern, seinen Onkel bei einem Ausritt. Albrechts Sohn Friedrich „der Schöne“ bemühte sich vergeblich, die Nachfolge seines Vaters als römisch-deutscher König anzutreten.

Stephan Gruber