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Wie wohnt das Kaiserhaus? Und wie sein Volk?
Wohnkultur seit dem 18. Jahrhundert
1740–1918

Wie man sich bettet, so liegt man: Kaiserliche Interieurs dienten primär der Repräsentation – Wohnlichkeit und Behaglichkeit waren lange Zeit zweitrangig. Zudem galt seit Maria Theresia der Grundsatz der Sparsamkeit, auch in Wohnbelangen. Möbel waren daher lange Zeit in Verwendung, sie sollten weder zu prunkvoll noch zu modisch sein und dennoch die Erwartungen an eine Hofausstattung erfüllen. Ab dem 19. Jahrhundert rückte im Kaiserhaus wie beim Bürgertum der Gedanke der Bequemlichkeit in den Vordergrund. Neue Produktionsmethoden und eine bessere Ausbildung der Handwerker beförderten den Wiener Wohnstil der biedermeierlichen Gemütlichkeit, die ,bürgerliche Stube‘ diente als familiärer Rückzugsraum in einer Welt von fortschreitender Technisierung und staatlicher Repression.

 

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