J. G. Haid (nach J. N. Steiner): Angelo Soliman, Schabblatt, um 1750

Fremdsein in der Monarchie

1753–1893

Dem Reiz des Fremden konnten sich auch die Habsburger nicht entziehen. Vieles wurde von den Entdeckungsreisen in die Monarchie mitgebracht. Gewürze und Stoffe aus dem Osten lösten unter den gebildeten und besitzenden Schichten eine China- und Türkenmode aus. Aber nicht nur fremde Güter waren begehrt. Auch der Handel mit Menschen galt lange Zeit als ein normales Geschäft.

Angelo Soliman, der wohl bekannteste Sklave der Monarchie machte als „hochfürstlicher Mohr“ eine außergewöhnliche Karriere. Nicht alle Fremden waren gleichermaßen willkommen. Passierscheine und Polizeikontrollen überwachten den Menschenverkehr im habsburgischen Territorium. Ambivalent stand man auch den Osmanen gegenüber: Einerseits wurden kulturelle Kontakte geknüpft, doch herrschte daneben lange Zeit das Feindbild des „bösen Muselmanen“ vor. Ausgegrenzt und diffamiert wurde vor allem auch die jüdische Bevölkerung. Ein aggressiver Antisemitismus machte sie zur Zielscheibe politischer und wirtschaftlicher Ambitionen.

Der Reiz des Fremden zog schließlich auch Menschen aus fernen Ländern an: So begab sich die japanische Iwakura-Mission auf die beschwerliche Reise nach Europa und stattete auch den Habsburgern einen Besuch ab.

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