"Promenade vor der Burgbastei (vor 1800)", nach einem Aquarell von L. Janscha

vermutlich Netti Bandorfer: Das Erfrischungszelt auf der Rotenturmbastei, 1816, Aquarell

Balthasar Wigand: "Das Wasserglacis in Wien", um 1815

Blick über das Glacis auf Karlskirche und Polytechnikum, um 1820

Von der Wehranlage zur Promenade

"Promenade vor der Burgbastei (vor 1800)", nach einem Aquarell von L. Janscha

vermutlich Netti Bandorfer: Das Erfrischungszelt auf der Rotenturmbastei, 1816, Aquarell

Balthasar Wigand: "Das Wasserglacis in Wien", um 1815

Blick über das Glacis auf Karlskirche und Polytechnikum, um 1820

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts – bis zur Demolierung der Stadtmauern 1858 – avancierten die Basteien zur bevorzugten Promenade der WienerInnen, hier genoss man den Ausblick und führte seine besten Kleidungsstücke aus.

"Promenade vor der Burgbastei (vor 1800)", nach einem Aquarell von L. Janscha

vermutlich Netti Bandorfer: Das Erfrischungszelt auf der Rotenturmbastei, 1816, Aquarell

Balthasar Wigand: "Das Wasserglacis in Wien", um 1815

Blick über das Glacis auf Karlskirche und Polytechnikum, um 1820

Bereits Maria Theresia hegte Pläne zu einer Vereinigung der Stadt mit den Vorstädten. Ende der 1760er Jahre entstand zur Linderung der Wohnungsnot die Idee, eine Art Ringstraße um die Innenstadt anzulegen und dafür Basteien und Glacis zu schleifen. Das Projekt scheiterte jedoch am Einwand der Militärs, die die Verteidigung der Stadt gefährdet sahen.

Joseph II. ließ 1770 das Gelände am Glacis einebnen und mit einer Fahrstraße rund um die Stadt sowie mit Fußwegen in alle Vorstädte ausstatten. 3.000 Bäumen wurden angepflanzt. Das Glacis bildete einen beliebten Spazierweg der WienerInnen. Hier wurden Limonadehütten aufgebaut, Zelte mit Tischen und Sesseln im Freien, wo man Limonade, Mandelmilch und Gefrorenes erstehen konnte. 1776 wurden die Straßen und Wege mit Laternen bestückt, um sie sicherer zu machen. Auch im 19. Jahrhundert blieb die parkähnlich gestaltete Grünfläche des Glacis, im Bereich des heutigen Stadtparks sogar mit Wasseranlagen versehen, ein beliebtes Erholungsgebiet des Wiener Bürgertums.

Vor allem im Bereich des späteren Karlsplatzes boten die Grünanlagen einen Ausgleich zur dicht verbauten Stadt. Die gestaltete Landschaft des Glacis war ein häufiges Motiv für Wiener Veduten-Maler, die eine möglichst realistische Darstellung von Stadtansichten oder Landschaften anstrebten. Besonders oft findet sich der Blick von der Stadtmauer über die Grünfläche hin zur Karlskirche und dem Polytechnikum, wodurch sich Naturlandschaft und Baumonumente verbinden ließen.

Julia Teresa Friehs