Passt die Industrie zur Monarchie? Fabriken und ihre ArbeiterInnen bleiben draußen

Geschirr aus der Berndorfer Metall-Waren-Fabrik aus der Kammer von Kaiserin Elisabeth, zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts

Ob die zukunftsträchtige Industrie und die traditionelle Monarchie zusammenpassten, wurde heftigst diskutiert; in kaiserlichen Kreisen ging außerdem die Angst vor "bösen Stoffen" um.

Geschirr aus der Berndorfer Metall-Waren-Fabrik aus der Kammer von Kaiserin Elisabeth, zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts

Erzherzog Maximilian äußerte 1852 „seine Besorgnisse über die notwendige Zunahme böser Stoffe in der Bevölkerung“ und schlug vor, eine Mauer zu bauen, um diese außerhalb Wiens zu halten. Wen oder was meinte Maximilian mit diesen „bösen Stoffen“ und warum sollte eine Mauer sie abhalten?

Damit hatte Maximilian einerseits die Fabriken im Sinn, welche über ihre rauchenden Schlote Gestank und Schadstoffe verbreiteten. Andererseits bezeichnete er damit aber auch das Proletariat, das ebenfalls aus der Inneren Stadt ferngehalten werden sollte, um die Wohngegenden des Adels, des Hofes und der reichen BürgerInnen zu ‚schützen‘. Beängstigend schien ihm und anderen nämlich die große Anzahl der FabriksarbeiterInnen, die sich zusammenschließen und die ‚alte‘ Gesellschaftsordnung samt Kaiserhaus und Adel ins Wanken bringen könnten.

Favorisiert wurde ein ständisches Gesellschaftsmodell von (kleinen) städtischen Handwerkern, deren Position sich in das Gesellschaftsmodell von Adel, Handwerkern und Bauern einfügte. Der Adel betätigte sich vornehmlich in land- und forstwirtschaftlichen Industrien, engagierte sich allerdings ach in anderen Bereichen. Er erwirtschaftete sein Vermögen durch Großgrundbesitz und die Erzeugung von Bodenprodukten – dazu gehörten land- und forstwirtschaftliche Produkte wie Zucker und Holz, aber auch Bergbauprodukte.

Christina Linsboth