Erzherzog Ferdinand Maximilian: Das Los des Zweitgeborenen

August Schoefft: Maximilian von Mexiko, Ölgemälde

Blick auf das Schloss Miramare, Aquarell, 19. Jahrhundert

Maximilian durchlief das typische Schicksal eines zweitgeborenen Sohnes einer Dynastie: ehrgeizig und begabt – manche Biographen meinen sogar, Maximilian wäre Franz Joseph, seinem älteren Bruder auf dem Kaiserthron, intellektuell bei Weitem überlegen gewesen – musste er sich mit einem Platz im Hintergrund zufrieden geben.

August Schoefft: Maximilian von Mexiko, Ölgemälde

Blick auf das Schloss Miramare, Aquarell, 19. Jahrhundert

Geboren wurde Erzherzog Ferdinand Maximilian, wie sein Geburtsname lautete, am 6. Juli 1832 in Schloss Schönbrunn als zweiter Sohn von Erzherzog Franz Karl und Erzherzogin Sophie.

Der junge Erzherzog zeigte früh eine gewisse künstlerische Begabung. Während Franz Josephs Erziehung darauf abzielte, einen perfekt funktionierenden Monarchen zu schaffen, ließ Sophie bei ihrem Zweitgeborenen die künstlerische Ader etwas mehr kultivieren, „dass wenigstens er sein Dasein fröhlich durchleben wird“, wie die Mutter hoffte.

Da der Thron für Maximilian unerreichbar war, suchte er sich andere Beschäftigungen: Er verfügte über eine wache Entdeckungsfreude, und das Interesse an der Natur lag ihm wie vielen Habsburgern im Blut. Der junge Erzherzog hatte ausreichend Zeit und auch Geld für weite Reisen, denn er wurde von seinem Bruder und jungen Chef der Familie großzügig unterstützt.

Im Laufe der Zeit wuchs jedoch sein Ehrgeiz nach Profilierung in einer Führungsposition. Die Armee war das klassische Beschäftigungsgebiet für nachgeborene Söhne der Dynastie. Erzherzog Ferdinand Maximilian hatte eine Leidenschaft für die See entwickelt, und so begann er eine Karriere in der österreichischen Marine. 1854 wurde er von seinem kaiserlichen Bruder zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte zur See und zum Konteradmiral ernannt. Er erwarb Verdienste bei der Reorganisation der Marine, engagiert sich aber auch für  Forschungsprojekte: auf seine Initiative startete die österreichische Fregatte „Novara“ in den Jahren 1857–1859 eine Weltumseglung.

1857 wurde Ferdinand Maximilian zum Gouverneur von Lombardo-Venezien ernannt, konnte aber nicht verhindern, dass die Provinz bereits 1859 im Zuge der Einigung Italiens verloren ging. Danach konzentrierte er sich auf seine eigentliche Funktion als Oberkommandierender der k. u. k. Marine – auf seinen Porträts sieht man Ferdinand Maximilian daher auch fast immer in Marineuniform.

In diese Zeit fiel auch der großzügige Ausbau seines Traumschlosses Miramare im Golf von Triest, das nun sein Hauptwohnsitz wurde. 

Martin Mutschlechner