Maerten van Cleve: Flämische Haushaltung, 1555/60

"Ganzes Haus" - Wohnen und Arbeiten im Verband

1500–1740

Das „ganze Haus“ bezeichnete eine besondere Form des Zusammenlebens. In dieser Arbeits- und Wohngemeinschaft lebten Eltern mit ihren Kindern, Großeltern, Mägde, Knechte und Gesinde unter einem Dach und bewältigten gemeinsam den Alltag. Der verheiratete Hausherr stand nicht nur an der Spitze der Organisation des „ganzen Hauses“, sondern galt als einziger als vollwertiges Mitglied der feudal-ständischen Gesellschaft. Die Organisation dieser Produktionsgemeinschaft im Kleinen spiegelte damit das herrschaftliche System wider, in dem der Staat und die Kirche zunehmend Einfluss gewannen.

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