Erzherzogin Marie Christine am Spinnrad, Ölgemälde (Ausschnitt), Mitte des 18 Jahrhunderts

Fäden ziehen

Von Manufakturen, Handwerkern und Textilien

1740–1848

Die Manufakturen und das Verlagssystem wurden von Maria Theresia gefördert und von den Handwerkern bekämpft. Technische Erfindungen machten schließlich beiden Konkurrenz. Manufakturen, Heimarbeit und das Verlagssystem waren Kennzeichen der sogenannten Protoindustrialisierung, also einer ‚Industrialisierung vor der Industrialisierung‘. Die staatliche Gewerbepolitik förderte und privilegierte Manufakturen und reformierte Zünfte und Handwerk. Letztere sahen sich durch die Manufakturen in ihrer Existenz bedroht und agitierten gegen den Lohndruck, den die Manufakturbesitzer nicht zuletzt durch die Beschäftigung gering bezahlter Frauen auslösten. Gleichzeitig stellte die Arbeit in Manufaktur und Verlag eine Verdienstmöglichkeit vor allem für die ländliche Bevölkerung dar. Ein wichtiger Wirtschaftszweig des 18. Jahrhunderts war die Textilwirtschaft, deren Produkte oftmals „im Verlag“ erzeugt wurden. Die Mechanisierung von Spinnen und Weben und die Erfindung der Nähmaschine revolutionierten die Herstellung von Textilien.

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