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Der Traum vom Wohlstand
Merkantilistische Ideen und Informationen über die Bevölkerung
1740–1792

Jeder Epoche ihre wirtschaftlichen Ideen: Die absoluten Habsburger waren von den Theorien des Merkantilismus angetan, weil diese Macht und Wohlstand versprachen.

Die habsburgischen HerrscherInnen des 18. Jahrhunderts strebten nach wirtschaftlichem und militärischem Aufstieg, der mit Hilfe merkantilistischer Wirtschafts- und Bevölkerungspolitik erreicht werden sollte. Als Grundlage wurde eine möglichst große Bevölkerung gesehen, die mehr und länger arbeiten, mehr produzieren und mehr Steuern bezahlen sollte. Dass die Bevölkerung im 18. Jahrhundert tatsächlich rasch wuchs, ist jedoch nur bedingt auf habsburgische Interventionen zurückzuführen. Um wirtschaftspolitisch und militärisch verwertbare Informationen über die in den habsburgischen Territorien lebenden Menschen zu erhalten, ließen Maria Theresia und Joseph II. erstmals sogenannte „Seelenbeschreibungen“, also statistische Erhebungen über die Menschen der Monarchie, durchführen.

 

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