Maximilians Gedächtnispflege

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Maximilian I. erkannte die Bedeutung von Kunst als ,Propagandamittel‘ für die eigene Person und gab monumentale Kunstwerke in Auftrag. Sein „gedachtnus“ sollte nicht schon beim nächsten Glockenton vergessen sei.

Wer ime in seinem leben kain gedachtnus macht, der hat nach seinem tod kain gedächtnus und desselben menschen wird mit dem glockendon vergessen, und darumb so wird das gelt, so ich auf gedechtnus ausgib, nit verloren, aber das gelt, das erspart wird in meinem gedachtnus, das ist ein undertruckung meine kunftigen gedächtnus, und was ich in meinem leben in meiner gedächtnus nit volbring, das wird nach meinem tod weder durch dich oder ander nit erstat.

Maximilian I.

Die ,Gedächtnispflege‘ Maximilians I. äußerte sich in Porträts, monumentalen Holzschnitten oder den Plänen zu seinem Grabdenkmal. Er nutzte die bildende Kunst zur Verherrlichung seiner Person und ließ seine Taten und Errungenschaften bildlich festhalten. Buchdruck und grafische Werke stellten ein neues Medium dar, von dem er sich mehr Wirkung als von Bauwerken erhoffte. Der Kaiser förderte den Buchdruck und nutzte ihn, um sein Image in der gebildeten höfischen Gesellschaft wie im städtischen Bürgertum zu verbreiten.

Maximilian I. sammelte Ritterdichtungen wie das „Ambraser Heldenbuch“. Am „Weißkunig“, einer Beschreibung seines Lebens sowie des seines Vaters, „Theuerdank“, einer Schilderung seiner Brautfahrt nach Burgund, sowie „Freydal“, einem Turnierbuch, war er selbst als Autor beteiligt. Diese Werke orientierten sich an mittelalterlicher höfischer Dichtung, aber auch antiken Biografien. Sie waren mit Holzschnitten versehen und wurden in Buchform verbreitet.

Der Bezug zur Antike kam bei den von Maximilian I. initiierten monumentalen Holzschnitten „Triumphzug“ und „Ehrenpforte“ zum Ausdruck. Bei beiden Werken stehen Triumph und Ruhm sowie die Errungenschaften der Habsburger, insbesondere jene Maximilians I., im Mittelpunkt – und sollten seinen Machtanspruch rechtfertigen. Ihr Programm wurde von für den Kaiser tätigen Humanisten entwickelt.

„Der Triumphzug“ – insgesamt 109 Holzschnitte – wurde von Albrecht Altdorfer, Albrecht Dürer und Hans Burgkmair entworfen und gezeichnet, doch erst nach dem Tod Maximilians I. gedruckt. Er zeigt einen Aufzug von Vertretern jener Länder, die Maximilian I. beherrschte, sowie von Kriegern und Fürsten, die Bilder tragen, auf denen die Taten Maximilians I. verherrlicht werden. Dieser selbst nimmt auf einem reich verzierten Wagen an der Veranstaltung teil.

Die „Ehrenpforte“, der größte Holzschnitt aller Zeiten, von 192 Blöcken gedruckt, bildet einen drei Meter hohen Triumphbogen. Einige stammen von Albrecht Dürer. Idee und Formen der „Ehrenpforte“ erinnern an die Triumphdarstellungen römischer Imperatoren – hier sind sie geschmückt mit Bildern der Leistungen sowie von Vorfahren und Vorbildern Maximilians I.

Julia Teresa Friehs