Vorschau zur Ausstellung
Vorschau zur Ausstellung

Sisi – Mensch & Majestät

13. März 202126. Oktober 2021

Schloss Hof

Schloss Hof

Zahlreiche und teils bislang noch nie gezeigte Exponate aus der Kaiserin Elisabeth-Sammlung der Schönbrunn Group geben authentische Einblicke in das Leben der facettenreichen Kaiserin, fernab von Klischees und Mythen.

Die Schönbrunn Group konnte durch eine gezielte Ankaufspolitik innerhalb der vergangenen 20 Jahre die hauseigene Sammlung ständig erweitern. Rund 400 Objekte werden nun im Rahmen einer Ausstellung dem Publikum präsentiert.

Unter dem Titel „Sisi –Mensch & Majestät“ bringt die Ausstellung im Jagdschloss Niederweiden, welches zum Standort Schloss Hof gehört, den Gästen die faszinierende Persönlichkeit Elisabeths näher. Die Exponate geben abseits der gängigen Klischees und Mythen, die sich um Elisabeth ranken, authentische Einblicke in das Leben der außergewöhnlichen Kaiserin, die auch heute noch viele Menschen in ihren Bann zieht.

Schirme, Fächer und Gesichtsschleier waren typische Accessoires, mit denen sich die Herrscherin „abschirmte“, und doch förderte sie damit auch biografische Mythen. Elisabeth schuf das Bild der ewig jungen Schönheit und der unverstandenen Außenseiterin am Wiener Hof. Sie war gebildet, liberal, kultur- und sprachinteressiert, sportlich, mutig und emanzipiert. Ihre Ideen und Wünsche konnte sie zum großen Teil verwirklichen.

In späteren Jahren wurde die melancholische Kaiserin durch Schicksalsschläge und viele Todesfälle innerhalb der Familie schwermütig und zog sich immer mehr in die Einsamkeit zurück. Sie begann zu dichten und philosophierte über den Sinn des Lebens. Sie unternahm ausgedehnte Kulturreisen in den Mittelmeerraum, die von diversen Kuraufenthalten in Österreich, Ungarn, Deutschland und der Schweiz unterbrochen wurden.

1898 fiel Elisabeth während eines Aufenthaltes in Genf einem politischen Attentat zum Opfer. Dieser gewaltsame Tod setzte den Grundstein für einen bis heute bestehenden Mythos.

Wie sie wirklich war, was an ihr so anziehend und bezaubernd wirkte, das kann kein Meißel und kein Pinsel wiedergeben, das war nur ihr eigen. Sie wird in der Legende fortleben, nicht in der Geschichte.

Gräfin Fürstenberg anlässlich der Ermordung der Kaiserin 1898

Fact & Figures

Kuratierung: Olivia Lichtscheidl und Michael Wohlfart

Gezeigt werden mehr als 400 Exponate aus dem Sammlungsbestand der Schönbrunn Group.

Highlight-Objekte der Ausstellung:

Kaiserin Elisabeth mit Diamantsternen und schwarz-goldenem Überwurf. Ölgemälde von Matthias Aigner, 1868

Das Hauptsujet der Ausstellung ist das Portraitgemälde von Kaiserin Elisabeth, gemalt von Matthias Aigner. Das Portrait der Kaiserin besticht einerseits durch die große Ähnlichkeit mit dem berühmten Gemälde von Franz Xaver Winterhalter, zeigt aber andererseits starke Unterschiede in ihrer Ballrobe. Aigner malte keine Sterne, sondern Punkte und ergänzte den weißen Tüll mit schwarzen Spitzen und goldener Garnierung. 

 

Erzherzogin Sophie am Totenbett. Aquarell von Barabás Miklós, 1857

Der Tod ihrer erstgeborenen Tochter Sophie war ein einschneidendes und erschütterndes Erlebnis für Elisabeth, das die junge Mutter stark veränderte. Viele Jahre unterdrückte sie ihre Mutterliebe. Um kein weiteres Mal so furchtbaren Schmerz zu erleiden, ging sie auf Distanz zu ihren beiden Kindern Gisela und Rudolf. Das Aquarell ihrer Erstgeborenen am Totenbett stand in ihren Wohnräumen. Ein Kind wieder innig zu lieben, gestattete sie sich erst wieder bei ihrer jüngsten Tochter Marie Valerie.
 

Das Kaiserpaar präsentiert den neugeborenen Kronprinzen den Eltern Franz Josephs. Alt-Wiener Porzellan, 1858

Eine der wichtigsten Aufgaben des jungen Kaiserpaares war es, Nachkommen zu zeugen, um die Zukunft der Dynastie zu sichern. In den ersten Ehejahren bekamen sie drei Kinder: Sophie (1855), Gisela (1856) und Rudolf (1858). Zehn Jahre später wurde ein viertes Kind geboren, Marie Valerie (1868). Obwohl man sich über jedes gesunde Mädchen freute, war die Geburt des Kronprinzen etwas Besonderes.Zu diesem Anlass entstand die Porzellangruppe mit dem neugeborenen Kronprinzen Rudolf, den Eltern und Großeltern.

 

Tischspiegel aus dem Besitz der Kaiserin

Der Spiegel gilt einerseits als Zeichen der Eitelkeit, symbolisiert aber auch andererseits Selbsterkenntnis, Klugheit und Wahrheit. All diese Eigenschaften treffen auf die Kaiserin zu. Der Spiegel oder das Spiegelbild zeigt Elisabeth, die schönste Monarchin Europas, die der Pflege ihrer Haut, ihrer Haare und ihrer Figur viele Stunden des Tages widmete. Er zeigt aber auch eine Suchende und Forschende. Eine Frau, die vieles hinterfragte, die ihre Umgebung kritisch beäugte und der höfischen Gesellschaft in ihren Gedichten einen Spiegel vorhielt.

 

Die Garderobe der Kaiserin Elisabeth

Ihre Kleider, die immer aus mehreren Teilen, getrennt in Rock und Oberteilen bestanden, wiesen oft einen blusenartigen Charakter auf. Die Oberteile waren wie Jäckchen oder Figaros gearbeitet. Den Übergang zum Rock schmückte je nach Mode ein breiterer oder schmälerer Gürtel. Ziselierte Schnallen und kunstvoll gearbeitete Knöpfe unterbrachen die streng gearbeitete Einfachheit der Toiletten. Ärmel, die lang auf die schmalen Hände fielen, hohe Halskrägen und im Rocksaum weite Röcke, die ein freies Gehen gestatteten, waren und sind typische Merkmale der Kleider Elisabeths. Ergänzt wurden die Toiletten durch Accessoires wie Fächer, Hüte, Gesichtsschleier und Sonnenschirme. „Mit diesem schützte sie ihr Auge vor der Sonne und ihr Antlitz vor den Blicken der Neugierigen“, schrieb Elisabeths Hofdame Gräfin Sztáray.

 

Die Reisewaschgarnitur der Kaiserin Elisabeth, hergestellt bei Goldschmied Charles Odiot in Paris

Die Reisen der Kaiserin sind in zahlreichen Publikationen gut dokumentiert, nicht aber ihr Reisegepäck. Umso interessanter sind die Gepäckstücke, die sich erhalten haben, erzählen sie doch eine ganz eigene Geschichte. Drei Gepäckstücke umfasste allein die Reisewaschgarnitur der Kaiserin. Öffnet man die schweren Holzkoffer, findet man eingebettet in roten Samt die neunteilige Reisewaschgarnitur, bestehend aus Tischspiegel, Handspiegel, Waschschüssel, Deckelkanne, zwei Seifenschalen, Puderdose sowie zwei Tischleuchter. Die aus Silber gefertigten Teile ziert die doppelt gesetzte, fein gravierte und gekörnte Initiale „E“.

 

Das gekrönte „E“

Kleideretiketten und Monogramme weisen erhaltene Kleidungsstücke als originale Teile der Garderobe der Kaiserin aus. So findet man sowohl das bekrönte „E“ als auch den bekrönten Delfin in den Toiletten eingestickt, je nachdem, ob das Kleidungsstück für Korfu oder irgendein anderes Domizil Elisabeths vorgesehen war.

 

Posthumes Porträt der Kaiserin Elisabeth. Ölgemälde von Leopold Horowitz, 1899

Nach dem Tod Elisabeths gab Kaiser Franz Joseph posthume Bildnisse bei den Malern Josef Arpád Koppay, Gyula Benczúr und Leopold Horowitz in Auftrag.  Gemäß dem Wunsch des Witwers sollten die Künstler die verstorbene mit zeitlos jugendlichem Antlitz darstellen. Als Erinnerung an die Kaiserin schenkte der Monarch diese Porträtgemälde den ungarischen Hofdamen seiner verstorbenen Gattin. Zur Entstehung des Gemäldes von Leopold Horowitz berichtete der Künstler, dass ihm auf kaiserliche Anordnung in der Wiener Hofburg ein Atelier eingerichtet wurde, damit er den Rat des Kaisers jederzeit einholen konnte. Die jüngste Tochter der Kaiserin, Marie Valerie befand, dass dieses Bildnis die beste Darstellung ihrer Mutter in reiferen Jahren sei.

Sisi – Mensch & Majestät

13. März bis 26. Oktober 2021

Schloss Hof – Außenstelle Schloss Niederweiden

Ausstellungwebseite mit Besucherinfos:
www.schlosshof.at

Eine Ausstellung der Schönbrunn Group unter der Direktion von Klaus Panholzer.

Weiterführende Inhalte

Elisabeth, genannt Sisi, war die Tochter des Herzogs Max in Bayern und der Herzogin Ludovika. 1853 verlobte sie sich in...
Elisabeth

* 24. Dez 1837, † 10. Sep 1898