La Boum: Die Hochzeit von Leopold I. und Margarita von Spanien

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Fast zwei Jahre dauerten die Feierlichkeiten anlässlich der Vermählung von Leopold I. mit Margarita Teresa von Spanien 1666 – sie bildeten den Höhepunkt barocker Prachtentfaltung am Wiener Hof.

Als Auftakt der Hochzeitsfeierlichkeiten wurde, begleitet von Kanonenschüssen, ein Feuerwerk entfacht – fixer Bestandteil vieler prunkvoller Barockfeste –, das dem Ehepaar huldigte und der Klarstellung der Machtverhältnisse und des Führungsanspruchs des Hauses Habsburg diente: Nach funkelnden Herzen, die die Buchstaben L&M (Leopold und Margarita) zierten, ließen 300 Raketen als Abschluss den Schriftzug A.E.I.O.U. aufleuchten.

Erst ein Jahr später, 1667, fand ein weiterer Programmpunkt der Hochzeitsfeierlichkeiten statt: das Rossballett „La Contesa dell’aria e dell’acqua“, das große Versailler Feste in den Schatten stellen sollte und an dem Leopold I. selbst auf seinem Pferd Speranza teilnahm. Aufwendige Maschinen ermöglichten es, Pferde und Kutschen durch die Luft schweben zu lassen.

Als Höhepunkt des Festes wurde die Oper „Il pomo d’oro“ von Antonio Cesti, die Leopold teilweise selbst komponiert hatte, in einer Ausstattung von Lodovico Ottavio Burnacini aufgeführt. Das Werk war als Huldigung an die Braut intendiert. An Kosten und Material wurde nicht gespart, Massenszenen und sogar Elefanten wurden bei der Aufführung eingesetzt.

Mit dieser Oper wurde ein neues Opernhaus auf der Cortina, der Stadtmauer im Bereich des heutigen Burggartens, mit einem Fassungsraum von bis zu 5.000 Personen eröffnet, welches Leopold I. bereits 1665 anlässlich seiner Hochzeit bei Lodovico Ottavio Burnacini in Auftrag gegeben hatte.

Julia Teresa Friehs