Gerard Hoet: Allegorie auf Kaiser Leopold I., um 1672

Herrschafts.Zeiten V

Absolute Macht im Barock?

1595–1740

In der Zeit um 1700 setzten die Habsburger ihren Aufstieg zur europäischen Großmacht fort. Die Epoche brachte der Dynastie einen gewaltigen Machtzuwachs: Seit dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges wurde der Einfluss des Adels zurückgedrängt. Die Machtinstrumente des barocken Absolutismus – Bürokratie, Militär und die katholische Kirche als Herrschaftsstützen – wurden stärker. Böhmen und Ungarn wurden im 17. Jahrhundert zu Erbmonarchien der Habsburger.

Trotz der habsburgischen Machtsteigerung gab es viele Konflikte zwischen den Herrschern und den Ständen. Die Kaiser versuchten, den Einfluss der Stände möglichst gering zu halten. Vor allem in Ungarn kam es deshalb zu einer Reihe von Aufständen. Oft mussten Kompromisse eingegangen werden, da die Unterstützung des Adels bei der Türkenabwehr notwendig war. Und trotz des Machtgewinns war der Tod Karls VI. eine existenzielle Bedrohung für das über Jahrhunderte aufgebaute Habsburgerreich: Die Dynastie starb im Mannesstamm aus.

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