Andreas Geiger nach Johann Christian Schoeller: „Der große Galopp von Joh. Strauß“, 1839, kolorierter Kupferstich

„Eine Art von Raserey“

(Tanz-)Vergnügen am Hof und in der Vorstadt

1711–1918

Maria Theresia, ihre Hofdamen, ihre Schneiderin und vielleicht sogar deren Dienstmädchen hatten eines gemeinsam: die Liebe zum Tanz. Die Kaiserin divertierte sich auf Hofbällen in den Redoutensälen, auch kirchliche Feiern standen auf der Tagesordnung. Die unteren Bevölkerungsschichten vergnügten sich derweil im Hetzamphitheater, doch teilten auch sie die Tanzleidenschaft der Kaiserin. Im walzerseligen Wien schließlich sprengte diese Liebe scheinbar alle sozialen Grenzen. Mit zunehmender Freizeit sowie durch die Auflösung traditioneller Strukturen entstand eine neue Vergnügungskultur für ein breites Publikum, welche die barocken höfischen Feste ablöste. Viele Menschen besuchten Tanzveranstaltungen, Kaffeehäuser und die Attraktionen des Wiener Praters.

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