Von Messen und Märkten – Jahrmärkte als Handelszentren

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Jahrmärkte und Messen waren in der Frühen Neuzeit Zentren des Handels. HändlerInnen aus ganz Europa kamen beispielsweise nach Linz, um ihre Waren anzubieten.

Im österreichischen Donauraum waren besonders die Märkte von Krems und Linz überregional bekannt und besucht. Die Freistädter Märkte waren wichtig für den Handel nach Böhmen. Daneben existierte noch eine Vielzahl kleiner Jahr- und Wochenmärkte, die für den regionalen Handel bedeutend waren.

Die Linzer Märkte, die bis ins 13. Jahrhundert zurückzuverfolgen sind, zählten im 16. Jahrhundert zu den größten im Heiligen Römischen Reich. Die unter Maximilian I. an der Wende zum 16. Jahrhundert errichtete Donaubrücke war ein wichtiger Einschnitt, stellte sie doch einen von lediglich drei Donauübergängen zwischen Wien und Linz dar. Jahrmärkte wurden rund um bestimmte Feiertage organisiert und dauerten mehrere Wochen: Der Linzer Bartholomäimarkt fand vier Wochen um den 24. August, den Feiertag des Heiligen Bartholomäus statt; der zweite große Markt, der Ostermarkt war für jeweils zwei Wochen angesetzt. Zu den angebotenen Waren gehörten Häute, Honig, Salz, Wein, Getreide und Eisen, der größte Umsatz wurde jedoch mit Tuch erzielt.

Die HändlerInnen kamen vor allem aus den umliegenden und näheren Ländern wie der Steiermark, Kärnten, Krain, Ungarn, Polen, Schlesien, Mähren und Böhmen, aber auch aus Italien, Frankreich und Spanien. Mitte des 16. Jahrhunderts erreichten die Linzer Messen einen Höhepunkt, was den Warenumsatz betrifft. 1566 wurden allein auf einem der beiden Märkte rund 211.000 Meter Tuch verkauft und für das Jahr 1593 wird der Gesamtumsatz beider Märkte mit rund vier Millionen Gulden beziffert. Die Märkte waren nicht nur für den Warenhandel von Bedeutung, sondern auch wichtige Zentren des mitteleuropäischen Finanz- und Kredithandels. Selbst die habsburgischen Höfe in Wien, Graz und Innsbruck wurden von hier mit Tuch und Silbergeschirr versorgt.

Christina Linsboth