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Reformation und Gegenreformation. Eine neue Zeit
1500–1740

Im 16. Jahrhundert erfolgte eine Aufspaltung der mittelalterlichen christlichen Kirche. Reformation, Gegenreformation und die Entstehung verschiedener Konfessionen waren überlappende Prozesse, die in den Teilen der Monarchie unterschiedlich abliefen. Eng im Zusammenhang mit den kirchlichen Veränderungen standen politische Interessen bei der Ausbildung des frühmodernen Staates. Das Alltagsleben der Bauern, Bürger und des Adels wurde immer mehr von obrigkeitlicher Kontrolle bestimmt. Mit der Spanischen Inquisition entstand ein Instrument, das es den katholischen HerrscherInnen erlaubte, eigenmächtig Andersgläubige zu verfolgen. Der überzeugte Gegenreformator Kardinal Melchior Khlesl setzte im Bruderzwist zwischen Rudolf II. und Matthias I. auf die Unterstützung der Protestanten und versuchte, neben der Rekatholisierung auch die Protestanten für sich und seinen Landesherrn Matthias zu gewinnen. Gleichzeitig trachtete das Herrscherhaus, die einflussreichen, meist evangelischen Stände unter seine Kontrolle zu bringen; die Konfessionszugehörigkeit wurde zum wichtigen Auswahlkriterium politischer Macht.

 

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