R. von Meissl: Leichenzug des Kaisers Franz Joseph aus dem Schönbrunner Schloss, Gouache, 1916

Herrschafts.Zeiten VII

Der Untergang im langen 19. Jahrhundert

1814–1918

Die konservativen Staaten Europas atmeten auf. Die Zeit Napoleons war vorbei. Die Habsburger bekamen alle verlorenen Gebiete zurück und regierten absolutistisch. Bis zum Ende der Monarchie erhielten sie unter dem Motto der „Pflichterfüllung“ ihre Herrschaftsansprüche aufrecht. Doch die Einbußen ihrer Macht waren nicht zu übersehen.

Die dominante politische Figur der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war kein Habsburger, sondern Fürst Metternich, dessen Name zur Bezeichnung für ein ganzes „System“ an strengen Polizeimethoden mit Spitzelwesen und Zensur geworden ist. Die zweite Jahrhunderthälfte gehörte dann Kaiser Franz Joseph, dem „alten Herrn von Schönbrunn“. In seiner langen Herrschaftszeit hatte er mit zahlreichen inneren und äußeren Konflikten umzugehen – der Kaiser, im eigenen Verständnis der starke Mann, der seine „Pflicht erfüllte“, wurde immer mehr zu einem anachronistischen Relikt überkommener Herrschaftsansprüche, die im Widerspruch zu den sozialen Umbrüchen standen. Die Donaumonarchie ging schließlich im Ersten Weltkrieg unter dem letzten österreichischen Kaiser Karl I. unter.

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