Aus der "Ceremoniel-Wissenschafft der grossen Herren", aus dem IV. Capitul. Roßballette, Carouselle, Ringrennen:

§1. Der Name Carouselle leitet sich von den Curribus folis, Carro del fole, den Sonnenwagen der alten Römer her […]

§2. Die 'Renner' haben mit ihren Lanzen nach Ringen oder aufgesetzten Köpfen zu rennen, mit ihren Wurfspießen danach zu werfen, mit Pistolen danach zu schießen oder mit dem Degen einen auf der Erde liegenden Kopf aufzuheben. […]

§3. Bey Carousellen zielet man gemeiniglich nach ausgestellten Türckenköpffen. […]

§7. Die Häupter der Quadrillen sind gemeiniglich Fürsten oder die vornehmsten Officiers von Militair- oder Civil-Staat. Sie 'distinguieren' sich durch ihre Ausstattung an Lanzen, Kleidung, Pferden und begleitenden Pagen und Lakaien.

Aus der "Einleitung zur Ceremoniel-Wissenschafft der grossen Herren", "IV. Capitul: Roßballette, Carouselle, Ringrennen", von Julius Bernhard Rohr 1729, die von hochfürstlichen "Divertissements" wie Krönungs-, Hochzeits- oder Trauerfeierlichkeiten, Festzügen durch die Residenzstadt, Turnieren, Karussellen und Rossballetten sowie Karnevalen und Maskeraden, Schlittenfahrten, Opern, Ballettaufführungen und Feuerwerken berichtet.