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Im Reich der Klöster
1282–1790

Das oft gebrauchte Wortspiel „Österreich – Klösterreich“ zeigt die besondere Rolle der Ordenshäuser für die Geschichte und die Kultur des Landes. Die Habsburger hatten an der Entwicklung des Klosterwesens in ihren Ländern großen Anteil.

Als die Habsburger die Herrschaft in den österreichischen Ländern antraten, gründete die landfremde Dynastie Klöster, um Präsenz zu zeigen. Denn im Denken des Mittelalters war die gottgefällige Stiftung eines Klosters der probateste Weg, sich ein Denkmal für die Nachwelt zu errichten.

Die „Klosteroffensive“ der Habsburger im Zuge der Gegenreformation bescherte den katholischen Orden eine zweite Gründerzeit. Auf Initiative der in religiösen Dingen kompromisslosen Dynastie wurden neue Orden wie die Jesuiten ins Land gerufen, um die Hegemonie der katholischen Kirche nach ihrer Krise während der Reformation wiederherzustellen. Die Stifte der alten Orden demonstrierten ihre wiedergewonnene Bedeutung durch den Bau imposanter Klosterpaläste, deren Ausstattungsprogamm der Verherrlichung des Hauses Habsburg diente.

Die erstarrte Selbstbezogenheit der Klöster fand im „Klostersturm“ unter der Regentschaft Kaiser Josephs II. ein Ende: Die Nützlichkeit für Staat und Gesellschaft wurde zum Kriterium für den Fortbestand der Ordenshäuser.

 

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