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Neues vom mittelalterlichen Landleben
Von Seuchenzügen, Aufständen und LandbewohnerInnen
1273–1500

Heuschreckenplagen, ein Erdbeben und starke Regenfälle führten im 14. Jahrhundert zu zahlreichen Hungersnöten. Mitte des Jahrhunderts kam die Pest nach Europa und kostete rund einem Drittel der europäischen Bevölkerung das Leben. Als eine Folge davon entstanden in vielen ländlichen Gegenden Wüstungen. Weil die Nachfrage zurückging, sanken die Getreidepreise stark. Die Preise für gewerblichen Produkte und die Löhne hingegen stiegen, weil ein Arbeitskräftemangel herrschte. Gleichzeitig bemühten sich die Grundherren um die bäuerlichen Untertanen, indem sie ihnen beispielsweise eine bessere rechtliche Stellung etwa im Erbrecht zusicherten. Gegen die Ausweitung der grundherrlichen Rechte und die Erhöhung von Abgaben richteten sich seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts die zahlreichen Bauernaufstände. In den ländlichen Regionen lebten neben den Bauern auch hausrechtlich abhängiges Gesinde, Inleute, Kleinhäusler und TagelöhnerInnen sowie soziale Unterschichten wie umherziehende BettlerInnen und ‚Unbehauste‘, die keinen festen Wohnsitz hatten.

 

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