Wer ist das? II

Wer ist das?

Er war ein sehr guter Schüler, bestand die Matura mit Auszeichnung und studierte an der Wiener Universität – wie auch seine Zeitgenossen Arthur Schnitzler und Viktor Adler – Medizin. Wie sie war er jüdischer Abstammung, aber Atheist. 1881 promovierte er mit dem Thema „Über das Rückenmark niederer Fischarten“ zum Doktor der Medizin.

Er hatte eine Reihe von Mitarbeitern und Schülern, mit denen er sich in der so genannten „Mittwochgesellschaft“ traf. Einige von ihnen setzten sein Werk fort. Seine Forschungsergebnisse und seine therapeutischen Methoden wurden zunächst nur im Ausland anerkannt. Er bemühte sich vergeblich um einen Lehrstuhl an der Wiener Universität. In Wien fand er erst nach seinem Tod offizielle Anerkennung.

Zuerst beschäftigte er sich wissenschaftlich mit der Wirkung von Kokain, richtete dann aber zunehmend sein Interesse auf Erkrankungen ohne organische Ursachen. Er betonte die Wichtigkeit des Unbewussten und stellte die Theorie auf, dass seelische Störungen auf ins Unbewusste verdrängte Erlebnisse, Vorstellungen, Ängste und Wünsche zurückzuführen seien.

Er wurde 1856 im heutigen Příbor/Tschechien geboren. 78 Jahre lebte er in Wien und emigrierte 1938 mit seiner Frau und seiner Tochter Anna über Paris nach London, wo er 1939 starb.

Zeit seines Lebens war er ein starker Raucher, litt an Krebs und musste sich mehrfach Operationen unterziehen, starb aber aus eigenem Entschluss.

In seiner Wiener Wohnung besaß er eine bedeutende Antikensammlung, die man heute noch in London/Hampstead besichtigen kann. Dort befinden sich auch seine Bibliothek und die „Couch“, auf der seine PatientInnen liegend analysiert wurden. Seine Asche wird übrigens in einer seiner antiken griechischen Vasen aufbewahrt.

Sigmund Freud

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