Schule einst und jetzt

Zielgruppe: 
A1 – A4: ab 4. Klasse, HS oder AHS A5/A6 ab 6. Klasse AHS

Die Wurzeln des heutigen österreichischen Schulsystems sind in der Zeit des aufgeklärten Absolutismus unter Maria Theresia und ihrem Sohn Joseph II. zu finden. Obwohl sich seither die staatliche, ökonomische und gesellschaftliche Organisation grundlegend verändert hat, sind wesentliche Strukturen unseres Schulsystems unverändert geblieben: Das Sitzenbleiben, die Stunden- und Jahrgangseinteilung, das Notensystem und der Fächerkanon sind Relikte aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Dem österreichischen Bildungswesen wurde und wird also nicht zu Unrecht das Prädikat „überdurchschnittlich veränderungsresistent“ zugeschrieben. Dieses Unterrichtsmodul leitet dazu an, Kontinuitäten und Veränderungen im Schulsystem kennen zu lernen und kritisch zu reflektieren. Die Einheit führt von historischen Quellen zu Bildungsvorstellungen früherer Zeiten (Joseph II, Schulordnungen aus dem 19. Jahrhundert, Otto Glöckel) zu Ausschnitten aus den Parteiprogrammen der österreichischen Parlamentsparteien.

Bezüge zur Welt der Habsburger

  • Lehrplanbezug

    Lehrplanbezug Unterstufe:
    Grundbereiche und Dimensionen: Im Bereich des politischen Lernens sind Themen aus der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler (Schuldemokratie, Medien, Konsum, Migrationserfahrungen, Lebenswegentscheidungen etc.) aufzugreifen.
    Themenwahl:
    Für die Bearbeitung der historischen, sozialkundlichen und politischen Gegenwartsfragen, die auch die Interessen der Schüler und Schülerinnen berücksichtigen sollen, sind chronologische Zugänge (u.a. Längs- und Querschnitte) oder Formen exemplarischen Lernens zu wählen.
    Historische und politische Einsichten: Verstehen historischer und politischer Handlungsweisen im Kontext der jeweiligen Zeit und Aufbau eines reflektierten und (selbst)reflexiven historischen und politischen Bewusstseins.
    Erklären gegenwärtiger wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer und kultureller Phänomene, z.B. aus der historischen Entwicklung.
    Schulung multiperspektivischer Betrachtungsweise als Bestandteil eines kritischen historischen und politischen Bewusstseins.
    Beiträge zu den Bildungsbereichen: „Sprache und Kommunikation“:
    Arbeit mit Texten und Bildern (Quellen und Darstellungen der Vergangenheit bzw. der Gegenwart in unterschiedlichen Medien), Interpretation und Bewertung; Begriffsbildung und Anwendung; Sammeln und Anwenden von Argumenten im Diskurs
    Historische Kompetenzen
    Geschichte gibt Antworten auf Fragen, die an die Vergangenheit gestellt werden. Im Unterricht sind vorhandene Fragestellungen in Geschichtsdarstellungen auf zu zeigen und die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, Fragen an die Vergangenheit zu erkennen und zu formulieren (Historische Fragekompetenz).

    Lehrplanbezug Oberstufe:
    Bildungs- und Lehraufgabe:
    Durch den Unterricht sollen die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, die sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Strukturen und Abläufe kritisch zu analysieren und die Zusammenhänge zwischen Politik und Interessen sowie die Ursachen, Unterschiede und Funktionen von Religionen und Ideologien zu erkennen. Schülerinnen und Schüler sollen ihre gesellschaftliche Position und ihre Interessen erkennen und über politische Probleme urteilen und entsprechend handeln können.
    Methodenkompetenz (Fähigkeit der Anwendung analytischer Instrumente und Verfahren; Recherche aus unterschiedlichen Quellen usw.) und
Sozialkompetenz (sensibles Gruppenverhalten, Argumentieren eigener Positionen, Verantwortungsbewusstsein, Reflexionsfähigkeit usw.).
 Es soll Interesse an Politik und politischer Beteiligung geweckt und die Identifikation mit grundlegenden Werten der Demokratie, der Menschenrechte und des Rechtsstaates sichergestellt werden.
    Geschichte und Politische Bildung setzt sich mit politischen Fragestellungen der Gegenwart auseinander, die zur Entscheidung anstehen, auf die Einfluss genommen werden kann und die Konsequenzen für die Zukunft haben. Themen der Politischen Bildung haben meist eine historische Dimension, daher soll der Geschichtsunterricht insbesondere in der 7. und 8. Klasse zum Verständnis der Gegenwart beitragen.
    Politischer Bildung ist ein Politikbegriff zu Grunde gelegt, der analytisch drei Dimensionen unterscheidet:
    Formale Dimension: Im Sinne von Regelungsmechanismen geht es dabei um Verfassungsregeln, Gesetze und Rechtsnormen, politische Institutionen.
    Inhaltliche Dimension: Umfasst im Sinne von Gestaltung politische Sachprobleme, Programme, Ziele, Lösungen, Ergebnisse der Politik.
    Prozessuale Dimension: Bezieht sich im Sinne von Durchsetzung auf politische Akteure, Beteiligte, Betroffene, Konflikte und Konsens, Kampf, Machtausübung, Beschaffung von Legitimation, Entscheidungsprozesse, Interessen und ihre Durchsetzung.
    Didaktische Grundsätze: 
Die Themenbereiche sind durch exemplarische Fallstudien, Quer- oder Längsschnitte, Gegenwartsbezüge und chronologische Darstellungen zu behandeln.
    Breiter Raum ist dem Dialog zu geben. Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, ist auch im Unterricht kontrovers darzustellen. Unterschiedliche Standpunkte, verschiedene Optionen und Alternativen sind sichtbar zu machen und zu erörtern. Lehrerinnen und Lehrer haben den Schülerinnen und Schülern ausreichend Platz zu lassen für gegensätzliche Meinungen, für die auch Argumente und Materialien eingebracht werden sollen.

    6. Klasse Lehrstoff: Die Ideen der Aufklärung, Menschenrechte und Bürgerliche Revolution sowie deren Beitrag für die Entwicklung des modernen Verfassungsstaates mit seinen Partizipationsformen
    7. Klasse Lehrstoff: Politisches Alltagsverständnis – die verschiedenen Dimensionen und Ebenen von Politik
    8. Klasse Lehrstoff: Das politische System Österreichs

Die Welt der Habsburger im Unterricht