Leopold Fertbauer: Familienbild des Kaiserhauses um den Herzog von Reichstadt, Ölgemälde, 1826

Familienbilder im Wandel / Version für Unterstufe

Zielgruppe: 
3.und 4. Klasse, HS oder AHS

Die hier vorgestellten Familienportraits der Habsburger von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart sind nicht nur Zeugnisse für sich epochenbedingt wandelnde künstlerische Darstellungsformen, sondern immer auch ein Spiegel der – manchmal idealtypischen – Struktur und Organisation der Familie. Familienportraits wurden über Jahrhunderte nur von adeligen Familien angefertigt, erst ab dem 19. Jahrhundert ließen sich auch bürgerliche Familien malen (und später fotografieren). Die ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungen führten im 18. und 19. Jahrhundert zu einer „Privatisierung“ der Familie und immer mehr auch zu neuen Einstellungen der Familienmitglieder zu- und untereinander. Wandelnde Geschlechterverhältnisse und Rangordnungen im Familienverband lassen sich auch anhand der Darstellungen dokumentieren. Diese Einheit präsentiert Familienportraits der Habsburger ab dem 16. Jahrhundert. Mittels einfacher Analysefragen werden die genannten Veränderungen sichtbar, die damit auch Anknüpfungspunkte an die Familiengeschichte(n) der SchülerInnen bieten.

Bezüge zur Welt der Habsburger: 
Lehrplanbezug: 

Grundbereiche und Dimensionen: Im Bereich des historischen Lernens stellen u.a. Neue Kulturgeschichte/Geschlechtergeschichte (…) gleichberechtigte Zugänge dar.
Beiträge zu den Bildungsbereichen: „Kreativität und Gestaltung“: Wahrnehmung und Gestaltung künstlerischer und kultureller Produkte als Medien der Kommunikation in ihrer historischen und/oder gesellschaftlichen Bedingtheit
Didaktische Grundsätze: Die Eigenständigkeit im Umgang mit historischen Quellen zum Aufbau einer Vorstellung über die Vergangenheit (Re-Konstruktion), sowie ein kritischer Umgang mit historischen Darstellungen (z.B. Ausstellungen, Spielfilme mit historischen Inhalten, Schul- und Fachbücher) sind zu fördern (De­ Konstruktion). Dazu sind Methoden zu vermitteln, um Analysen und Interpretationen vornehmen zu können (Historische Methodenkompetenz).
Lehrstoff – Kernbereich: Im Unterricht sollen Gegenwartsbezüge im Bereich der Geschichtskultur und des Politischen hergestellt und über Orientierungsangebote reflektiert werden. Geschichtskulturelle Produkte sollen dekonstruiert (Spielfilme, Comics, Texte und Rekonstruktionszeichnungen in Schülerbüchern, etc.) und anhand von geeigneten Beispielen in unterschiedlichen historischen Zeitabschnitten soll der Unterschied zwischen Vergangenheit und Geschichte herausgearbeitet werden.

  • 3. Klasse Lehrstoff: Wirtschaft und Gesellschaft - verschiedene Formen des Wirtschaftens und deren Auswirkungen auf die Arbeitswelt, Stellung der Geschlechter, Freizeit und Familie.
  • Kunst und Kultur als Ausdruck des Lebensgefühls einer Epoche unter Berücksichtigung der Alltagskultur.
  • 4. Klasse Lehrstoff: Selbstverständnis der Geschlechter (Analyse von unterschiedlichen Zugängen zu Weiblichkeit und Männlichkeit) und Generationen (Familie im Wandel).