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Von Hexen, Badern und Wundheilern
1500–1740

Im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit waren Magie, Alchemie und Heiligenverehrung ein fester Bestandteil des Alltags. Mystische Vorstellungen prägten die Lebenswelt aller Gesellschaftsschichten, vom Kaiser bis zum Kräuterweib. Selbst die Kirche nahm profane Elemente in ihre Lehre auf und benutzte Traditionselemente der Volksfrömmigkeit zur Festigung des Glaubens. Dieser geduldeten „weißen“ Magie stand die schädigende „schwarze“ gegenüber. In Hexenprozessen wurden vor allem Frauen beschuldigt, mit dem Teufel im Bund zu stehen und ihre angeblichen dämonischen Kräfte gegen die Gemeinschaft zu richten. Häufig fanden sich Kräuterweiber, Hebammen und heilkundige Menschen auf der Anklagebank. Magische Vorstellungen prägten auch die medizinische Praxis. Aus einer Kombination von kräuterkundiger Tradition, handwerklichen Fähigkeiten und anatomischem Wissen boten Bader, Heiler und Quacksalber ihre Dienste an. Akademisch ausgebildete Ärzte blieben der alltäglichen medizinischen Praxis noch großteils fern.

 

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