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Stadtlandschaften
Städtische Lebenswelten im Mittelalter
1273–1500

In einer mittelalterlichen Stadt lebten unterschiedliche soziale Gruppen angefangen bei den Mitgliedern des Hofes (wenn es sich um eine Residenzstadt handelte), beim Klerus und beim Adel. Die Inhaber des Bürgerrechts gehörten zur Oberschicht einer Stadt, verfügten über Vermögen und hatten Zugang zu politischen Ämtern. Universitätsangehörige bildeten eine ‚Stadt in der Stadt‘. Die an den Rand der städtischen Gesellschaft gedrängten Menschen lebten auch an den Rändern der Stadt. Zu ihnen gehörten BettlerInnen, Kranke, Prostituierte und Henker.

Eine Stadt war nicht nur Wohnraum, sondern vor allem Arbeitsplatz. Während die Zünfte zusehends an politischer Macht gewannen, wurden Frauen – zumindest formalrechtlich – aus der handwerklichen Arbeitswelt gedrängt.

Eine Sonderstellung in der Stadt nahm die jüdische Bevölkerung ein, die formal unter dem Schutz des jeweiligen Landesherrn stand. Seit dem frühen 14. Jahrhundert kam es trotz diesem Schutz immer wieder zu Judenverfolgungen. Eine der grausamsten war jene von 1420/21, bei der alle jüdischen BewohnerInnen aus Wien vertrieben und zahllose ermordet wurden.

 

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