Martin van Meytens: Franz I. Stephan und Maria Theresia im Kreise der Familie, Ölgemälde, um 1754/55

Herrschafts.Zeiten VI

Ausgestorben und trotzdem mächtig

1741–1814

In der männlichen Erbfolge sind die habsburgischen Herrscher Mitte des 18. Jahrhunderts ausgestorben. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch: Maria Theresia wurde zur Mutter der neuen Dynastie Habsburg-Lothringen. Das 18. Jahrhundert gilt als "großes" Jahrhundert der österreichischen Geschichte: Maria Theresia erscheint zumeist als leuchtende Figur, die diese Zeit nachhaltig geprägt hat. Ihr Ehemann Franz I. Stephan, mit dem Maria Theresia die neue Dynastie Habsburg-Lothringen gründete, verschwindet dagegen hinter seiner Gattin.

Kontroverser wird Maria Theresias Sohn Kaiser Joseph II. beurteilt; seine Reformen haben nicht nur den Unmut von ZeitgenossInnen, sondern auch von manchen GeschichtsschreiberInnen hervorgerufen. Die Zeit um 1800 war von der Französischen Revolution geprägt: Die französischen Truppen unter Napoleon Bonaparte riefen die "Reaktion" der konservativen europäischen Monarchen hervor. Kaiser Franz II./I. übernahm den habsburgischen Part in diesem Mächtespiel: Er gründete das Kaisertum Österreich.

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