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Heilige Geschäfte
Klöster, Pilgerreisen und Handel
1250–1500

Als Reliquien verehrt wurden Gebeine, Haare oder Nägel von Heiligen sowie Gegenstände, die den Heiligen zugerechnet wurden bzw. mit denen sie angeblich in Berührung gekommen waren. Mit ihnen wurde ein reger Handel betrieben, der von den obersten kirchlichen Stellen nicht immer gut geheißen wurde und deshalb oft als Tauschgeschäft oder Diebstahl getarnt werden musste. Auch die in Klöstern abgehaltenen Märkte hingen mit der Heiligen- und Reliquienverehrung zusammen. Selbst ein Friedhof konnte als Handelsplatz dienen.

Ein weiterer religiöser ‚Wirtschaftszweig‘ entwickelte sich mit den im Mittelalter zunehmenden Wallfahrten. Die PilgerInnen ließen ihr Geld nicht nur in den Herbergen und Wallfahrtsorten, sondern trugen durch die Bezahlung von Straßen- und Brückenmauten auch zur Instandhaltung der Verkehrsinfrastruktur bei. trugen mit ihren Reisen zur Instandhaltung von Straßen und Brücken bei.

 

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