Zwei Männer zu Pferd küren den "Heldenplatz"

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Der bei Hof hochgeschätzte Bildhauer Anton Dominik Fernkorn gestaltete zwei Reiterstandbilder am Äußeren Burgplatz, der daraufhin 1878 offiziell in Heldenplatz umbenannt wurde.

Im Schicksal des Bildhauers Anton Dominik Fernkorn spiegeln sich die Möglichkeiten, aber auch der Druck, unter dem die Ringstraßenkünstler standen, wider. Bei der Konzeption der Statue von Erzherzog Karl war Fernkorn eine statische Meisterleistung gelungen – erstmals wurde ein monumentales Bronzestandbild auf nur zwei Punkten abgestützt. Aufgrund des großen Erfolgs wurde Fernkorn geadelt. Beim Standbild des Prinzen Eugen musste er allerdings den Pferdeschwanz als Stütze verwenden. Fernkorn hielt der psychischen und körperlichen Belastung des Auftrags nicht stand: Noch vor der Fertigstellung des Standbildes des Prinzen Eugen wurde er unter ärztliche Aufsicht gestellt und verbrachte schließlich den Rest seines Lebens in einer Irrenanstalt.

Das Standbild Erzherzog Karls, des Bruders Kaiser Franz II./I., der in der Schlacht von Aspern als erster Feldherr Napoleon besiegt hatte, sollte nicht nur einen besonders mutigen Vertreter des Hauses Habsburg ehren (nachdem er in der Folge bei Deutsch-Wagram Napoleon unterlegen war, schied er allerdings aus dem Militärdienst aus). Es sollte darüber hinaus die Rolle Österreichs in den „Befreiungskriegen“ gegen Napoleon und den – damals bereits stark angeschlagenen – Führungsanspruch im Deutschen Bund veranschaulichen. Peinlicherweise musste die feierliche Einweihung des Denkmals aufgrund der Niederlagen Österreichs bei Magenta und Solferino von 1859 auf 1860 verschoben werden.

Auch die Enthüllung des auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes errichteten Denkmals des Prinzen Eugen im Jahr 1865 stand unter keinem guten Stern: Der Konflikt mit Preußen um Schleswig-Holstein näherte sich gerade seinem Höhepunkt. Prinz Eugen von Savoyen, der Prototyp des siegreichen habsburgischen Feldherrn und Bezwinger der Türken, sollte das Haus Österreich als Verteidiger des christlichen Glaubens gegen die muslimischen Türken verkörpern. Gleichzeitig sollte das Reiterstandbild die Ungarn daran erinnern, dass erst durch den Prinzen Eugen und die habsburgischen Armeen die lange währende osmanische Bedrohung für Ungarn beendet worden war.

Die beiden Reiterdenkmäler waren fast bis zum Ende der Monarchie die einzigen fertiggestellten Monumente auf dem Heldenplatz – der als Teil des repräsentativen Kaiserforums geplante Bau der Neuen Burg blieb bis 1913 eine riesige Baustelle.

Julia Teresa Friehs