1857–1913

Rekord! 15.527 BesucherInnen im Kunsthistorischen Museum

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Das Kunsthistorische Museum entpuppte sich gleich nach seiner Eröffnung als Attraktion ersten Ranges, die verblüffend große Massen an BesucherInnen anlockte.

Schon in den ersten Monaten zwischen 18. Oktober und 31. Dezember 1891 kamen rekordverdächtige 211.335 Gäste. Und das, obwohl das Museum bis 1907 nur an vier Tagen pro Woche jeweils vier Stunden lang geöffnet war. Allein am 27. Dezember drängten sich 15.527 BesucherInnen, das bedeutet fast 4.000 Menschen pro Stunde, in den Sälen, um die kaiserlichen Kunstsammlungen zu bestaunen.

Bereits die Eröffnung des neuen Museums am 17. Oktober 1891 war ein gesellschaftliches Highlight: Die Gästeliste glich einem ,Who’s who‘ der führenden Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Kultur.

Die BesucherInnen der kaiserlichen Museen bekamen für ihr Geld (der Eintritt wurde mit einer Krone sehr niedrig angesetzt) einiges geboten: Die Bestände des Kunsthistorischen Museums gründeten sich insbesondere auf die Porträt- und Harnischsammlung Ferdinands von Tirol, die Sammlungen Kaiser Rudolfs II., die jedoch großteils zerstreut waren, und dessen Kunst- und Wunderkammer sowie die Gemäldesammlung Erzherzog Leopold Wilhelms, des bedeutendsten habsburgischen Bildersammlers.

Auf dem bis heute im Besitz des Kunsthistorischen Museums befindlichen Galeriebild besichtigt Leopold Wilhelm gemeinsam mit seinem Galeriedirektor David Teniers, der das Bild gemalt hat, und weiterem Gefolge seine Bildersammlung. Die circa 1.400 Werke trug er hauptsächlich während seiner Statthalterschaft in den Niederlanden zusammen. Zurück in Wien stellte er sie in der Stallburg auf und vererbte sie seinem Neffen, Kaiser Leopold I. Fast alle der 51 auf dem Bild dargestellten italienischen Gemälde sind noch heute im Kunsthistorischen Museum. Galeriebilder waren in den Niederlanden ein traditioneller Bildtypus und dienten als Geschenk an befreundete adelige SammlerInnen – dieses ging an Leopold Wilhelms Bruder, Kaiser Ferdinand III.

Wollen Sie einige der heute im Kunsthistorischen Museum befindlichen Originale sehen? Dann klicken Sie auf die nebenstehenden Bilder.

Julia Teresa Friehs