1740–1792

Nikolausgeschenke und ein Vermögen 'unter dem Kopfpolster' – Was Maria Theresia verdiente und mit dem Geld machte

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Zwar nicht 'unter dem Kopfpolster', aber zumindest im eigenen Zimmer bewahrte Maria Theresia große Geldsummen auf. Über ihre persönlichen Ausgaben wurde nicht immer genau Buch geführt.

Nach dem Tod Maria Theresias 1780 mussten erst einmal die Finanzen der Monarchie und der Monarchin geordnet werden. Im Zimmer der Herrscherin befand sich eine hohe Summe an Bargeld, nämlich 3.943 Gulden und 44 Kreuzer. Darüber hinaus verwaltete das so genannte Geheime Kammerzahlamt beim Tod Maria Theresias mehr als 300.000 Gulden. Zum Vergleich: Im Todesjahr Maria Theresias verdiente ein Taglöhner in etwa 15 Kreuzer und ein Kilogramm Brot kostete rund vier Kreuzer.

Was von diesen Summen dem privaten Vermögen der Monarchin zuzurechnen war und was dem Staatshaushalt diente, ist nur schwer zu eruieren. Das Geheime Kammerzahlamt jedenfalls hatte vor allem die Aufgabe, den HerrscherInnen und Mitgliedern der kaiserlichen Familie Geld für ihre Bedürfnisse zur Verfügung zu stellen. Maria Theresia erhielt aus dieser Kasse über 150.000 Gulden im Jahr als sogenanntes Kammerdeputat, sowie zusätzlich am Monatsersten 8.000 und am 15. jeden Monats weitere 4.000 Gulden. Verbucht wurden unter anderem ein Kammerdeputat an Joseph II. und Zahlungen an Erzherzog Maximilian sowie seine Schwestern Maria Anna und Maria Elisabeth.

Neben diesen Ausgaben, die den größten Posten ausmachten, war das Geheime Kammerzahlamt für alle möglichen Spesen zuständig: Es entlohnte Spione, bezahlte Bestechungsgelder an ausländische InformantInnen und finanzierte das Mäzenatentum der MonarchInnen. Hinzu kamen noch die Ausgaben für die Ausstattung und gegebenenfalls die Abfertigungen der Hofbediensteten: Wenn diese beispielsweise heirateten, erhielten sie aus der Kasse 32 Gulden, Kammerdienerinnen sogar bis zu 2.000 Gulden. Die Nikolausgeschenke für die HofdienerInnen waren Maria Theresia laut Rechnungsbüchern weitere 6.000 Gulden wert. Nicht minder gut bedacht wurden Täuflinge: Wenn die Monarchin ein Kind ‚aus der Taufe hob‘, erhielt es bzw. dessen Eltern ein Geldgeschenk. Im Laufe ihres Lebens wurde sie zur Taufpatin von 115 Kindern.

Christina Linsboth