1527–1576

Maximilian II.: Ein Kunstmäzen der Renaissance

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Maximilian war für seine Zeit ein Herrscher mit einer erstaunlich weitgefächerten Ausbildung. Der Habsburger zeigte sich zeitlebens sehr interessiert an der wissenschaftlichen und künstlerischen Entwicklung seiner Epoche.

Maximilian war geprägt vom humanistischen Denken der Renaissance. Der Humanismus erlebte gerade in Wien in der Mitte des 16. Jahrhunderts eine Blütezeit. Der Kaiser hielt enge Kontakte zu Gelehrten der Wiener Universität. An seinem Hof bildete sich ein Kreis von Intellektuellen. Maximilian initiierte unter anderem die erste Systematisierung des habsburgischen Bücherbestandes unter der Leitung von Hugo Blotius. Kaiser Maximilian II. kann somit als institutioneller Gründer der Hofbibliothek gelten, die heute den historischen Kernbestand der ÖNB bildet.

Persönliches Interesse legte Maximilian auch auf dem Gebiet der Botanik und der Zoologie an den Tag. Als Vertreter dieser wissenschaftlichen Sparte in Wien seien hier Carolus Clusius und Angerius Ghislain de Busbecq genannt, denen die erstmalige Auspflanzung von damals hierzulande noch unbekannten Species wie Rosskastanie oder Flieder zu verdanken ist.

Der Kreis bildender Künstler, den der Kaiser an seinen Hof band, wurde später von seinem Sohn Rudolf übernommen – als klingendste Namen seien hier der Maler Giuseppe Arcimboldo und der Allrounder Jacopo da Strada genannt.

An Maximilian und die Kunstszene seiner Zeit erinnern heute in Wien mehrere Bauten: Er führte den von seinem Vater Ferdinand begonnenen Ausbau der Wiener Hofburg in Renaissanceformen weiter. Deren reinstes Beispiel ist der heute als Stallburg bekannte Trakt der Hofburg, der ursprünglich als Wiener Residenz für Maximilian begonnen wurde.

Kaiser Maximilian erwarb auch das Areal des späteren Schlosses Schönbrunn für das Kaiserhaus. Unter der Bezeichnung Katterburg entstand hier ein Jagdschloss mit einem ausgedehnten Wildpark.

Das bedeutendste Bauwerk aus der Epoche Maximilians ist jedoch Schloss Neugebäude am südöstlichen Stadtrand von Wien, ein niemals fertiggestelltes Großprojekt, das die künstlerischen Idealvorstellungen des Kaisers am besten verkörpert. 

Martin Mutschlechner