Leopold III.: Ehe und Nachkommen

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Leopold war der Begründer derjenigen Linie des Hauses Habsburg, auf die alle Habsburger der Neuzeit zurückgehen sollten.

Bereits mit 14 Jahren wurde er 1365 auf Betreiben seines Bruders Rudolf mit der ungefähr gleichaltrigen italienischen Fürstentochter Viridis Visconti vermählt. Die Visconti beherrschten die überaus reiche Lombardei, der Vater der Braut, Bernabò, war in zahlreiche Konflikte mit dem Papst verwickelt und auf der Suche nach Verbündeten im Heiligen Römischen Reich. Dank seiner zahlreichen Kinder, die er systematisch mit Reichsfürsten vermählte, verfügte er über ein verwandtschaftliches Netzwerk unter den führenden Familien des Reiches. Diese Eheschließungen hatten einen nicht unbedeutenden Anteil an der langsamen Verbreitung des Frühhumanismus nördlich der Alpen.

Die Habsburger fanden durch die Einheirat in dieses mächtige norditalienische Fürstengeschlecht einen Bündnispartner für die Sicherung ihrer Herrschaft in Tirol.

Der Ehe zwischen Leopold und Viridis entsprangen zahlreiche Kinder:

Die Tatsache, dass gleich vier Söhne, nämlich  Wilhelm (1370–1406), Leopold IV. (1371–1411), Ernst (1377–1424) und Friedrich IV. (1383–1439), das Erwachsenenalter erreichten, wurde eine weitere Aufsplitterung der Dynastie in mehrere Linien unvermeidlich. Dies sollte die Ursache ernster innerfamiliärer Konflikte werden, wie sich bald zeigte.

Von drei der Töchtern sind die Namen bekannt: Neben Elisabeth (1378–1392) und Katharina (nach 1380), von deren Lebenswegen wir fast nichts wissen, ist vor allem Margarete (um 1370–nach 1400) zu erwähnen, die mit Johann Markgrafen von Mähren, einem Sohn von Kaiser Karl IV. aus dem Haus Luxemburg, vermählt wurde. 

Martin Mutschlechner