Ein schwacher, aber zäher Kaiser: Friedrich III.

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Friedrich III. war der am längsten regierende Kaiser des Heiligen Römischen Reiches: Er herrschte 53 Jahre lang. Berühmt wurde sein Zeichen "AEIOU", auch wenn es nicht eindeutig entschlüsselt werden kann.

Friedrich wurde 1415 als Sohn von Ernst „dem Eisernen“ und Cimburgis von Masowien geboren. Als Friedrich neun Jahre alt war, starb sein Vater; Herzog Friedrich IV., sein Onkel, übernahm die Vormundschaft. 1435 wurde der nun volljährige Friedrich Regent der Herzogtümer Steiermark, Kärnten und Krain. Schon zu dieser Zeit entwickelte der junge Herzog ehrgeizige Pläne für das „Haus Österreich“: Friedrichs Sendungsbewusstsein drückte sich in seinem Zeichen „AEIOU“ aus, das er an Bauten, Gegenständen und Denkmälern sowie auf Münzen und Schriftstücken als seine Eigentumsmarke anbringen ließ. Eine Interpretation dieser Buchstabensymbolik lautet „Austriae est imperare orbi universo“ – „Es ist Österreich bestimmt, die Welt zu beherrschen“. Diese und zahlreiche andere Deutungen stammen jedoch erst aus späterer Zeit.

Nach dem Tod seines Onkels war Friedrich der Familienälteste. Als solcher übernahm er die Vormundschaft über seinen Cousin Siegmund, der Tirol geerbt hatte, und ein Jahr später auch über seinen Neffen Ladislaus, den Erben der Herzogtümer an der Donau. Als Landesherr lag Friedrich nun ständig im Streit mit den lokalen Adeligen, die gegen seine Rolle als Vormund auftraten: In Wien etwa wurde der unbeliebte „Steirer“ Friedrich 1441 von einem Adeligen in der Augustinerkirche als „König der Juden“ beschimpft – zwanzig Jahre vorher hatte König Albrecht II. versucht, die jüdische Gemeinde Wiens zu vernichten. Friedrich geriet in Bedrängnis und musste fliehen.

Trotz seiner Schwäche als Regent wurde Friedrich 1440 zum römisch-deutschen König gewählt. Ein Verbündeter Friedrichs war Papst Nikolaus V.; 1448 schlossen die beiden das Wiener Konkordat, das bis zum Untergang des Heiligen Römischen Reiches bestand. Dies ermöglichte einige Jahre später die Gründung eines eigenen Wiener Bistums – und auch die Krönung Friedrichs zum Kaiser in Rom, die er als einziger Habsburger erreichte.

Auf dem Weg zur Krönung wurde Friedrich vor den Toren von Siena seine 15-jährige Braut Eleonore von Portugal übergeben. Am 9. März 1452 zog der Tross von etwa 5.000 Reitern feierlich in Rom ein. Die Krönungszeremonie folgte am 19. März in einer Messe im Petersdom. Der enorme Aufwand, der hier betrieben wurde, lässt sich am Wert von Friedrichs Prunkmantel erahnen, der 200.000 Gulden betragen haben soll. Im Anschluss an die Krönung zog der Kaiser durch die italienischen Städte und ließ sich huldigen.

Stephan Gruber