Die gewünschte Stellung bei Hof: Mozart als k. k. Hofkompositeur

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Endlich: Wolfgang Amadeus Mozart wird zum k. k. Hofkompositeur ernannt. Doch hinter dem Hofkapellmeister und "Modekomponisten" Salieri bleibt er der ewige Zweite.

“Don Giovanni”, eine Variation des Don-Juan-Themas, war in Prag ein Triumph. Wiederum wurde die Ouvertüre so knapp vor der Premiere fertig, dass keine Zeit zum Üben blieb. In Wien kam die Oper ein halbes Jahr später zur Aufführung. Hier war ihr kein großer Erfolg beschieden, die Musik war zu dunkel und schwierig.

Düstere Themen waren wenig gefragt: Wirtschaft und Kulturleben stagnierten. Der ausgesprochen kostspielige Türkenkrieg (1787–1791) brachte keine Siege, forderte dagegen durch Seuchen viele Opfer. Auch der Adel zog ins Feld. Joseph II. war wegen des Feldzuges gegen die Türken abwesend und sah erst bei seiner Rückkehr im Dezember 1788 die letzte Vorstellung: Er befand zwar, dass die “Musik für die Sänger allzu schwer” sei, doch insgesamt fiel sein Urteil positiv aus: “Dieses Werk ist himmlisch. Es ist noch schöner als die ,Hochzeit des Figaro‘. Aber es ist kein Bissen für meine Wiener.” Worauf Mozart entgegnete: “Lasst ihnen nur Zeit zu kauen!”

Musik war in Wien eine Sache der Geselligkeit bei Festen, Maskenbällen und Diners. Gefragt waren einfache, heitere Kompositionen. Mozarts anspruchsvolle Musik überforderte dagegen viele Konzertbesucher.

Am 7. Dezember 1787 wurde Mozart nach Christoph Willibald Glucks Tod zum k. k. Hofkompositeur ernannt. Allerdings war er damit nur für Faschingstänze für die kaiserlichen Maskenbälle in den Redoutensälen zuständig. Er erhielt 800 Gulden Jahresgehalt, so viel wie Antonio Salieri als Direktor der kaiserlichen Oper verdiente. Dieser wurde gleichzeitig zum Hofkapellmeister befördert: Er war damit auch Leiter der kaiserlichen Kammermusik und der Hofkapelle und bekam dafür zusätzlich 1.200 Gulden. Wiederum war Mozart Salieri unterlegen.

Zwei Jahre später erhielt Mozart den kaiserlichen Auftrag für die Opera buffa „Così fan tutte“. Der Stoff – eine böse Darstellung der Wiener Gesellschaft, der sich um Untreue und Eifersucht drehte – entsprach dem Geschmack des Kaisers. Das Libretto schrieb wiederum da Ponte. Am 26. Januar 1790 fand die Premiere im Hofburgtheater statt.

Die Oper wurde kein großer Erfolg. Kaiser Joseph II. war nicht anwesend, da er mit Lungentuberkulose todkrank in der Hofburg lag. Als er am 20. Februar 1790 starb, verlor Mozart seinen einflussreichsten Förderer.

Julia Teresa Friehs