Der Klavierspieler: Mozart als Klaviervirtuose

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Mozart, das Allroundgenie, gibt Klavierkonzerte, erteilt Musikunterricht und komponiert – das allerdings in letzter Sekunde, doch zum Wohlgefallen des Kaisers.

Am Weihnachtsabend 1781 lud Kaiser Joseph II. Wolfgang Amadeus Mozart zu einem Klavier-Wettspiel mit dem italienischen Komponisten Muzio Clementi ein. Mozart gewann den Wettbewerb und der Kaiser, der auf Mozart gesetzt hatte, die Wette mit einer russischen Großfürstin. Eine Anstellung bei Hof gab er Mozart jedoch nicht. Auch den Posten als Musiklehrer für die Braut des Thronfolgers Franz II./I. bekam Mozarts großer Rivale Antonio Salieri, worauf Mozart enttäuscht meinte: “Der Kaiser hat es mir verdorben, denn bei ihm ist nichts als Salieri.”

In den folgenden Jahren verdiente Mozart seinen Lebensunterhalt mit Musikunterricht, insbesondere für Frauen der Gesellschaft, wie die Gattin des Verlegers und Druckereibesitzers Johann Thomas von Trattner, und mit Hauskonzerten bei Adeligen, wo er als gefeierter Pianist auftrat.

Mit dem Komponieren der Klavierstücke wurde er oft so kurz vor der Aufführung fertig, dass teilweise nicht einmal Zeit blieb, die Stücke vor dem Beginn mit dem Orchester durchzuspielen. Seine eigene Klavierstimme schrieb Mozart meist gar nicht nieder, da er sie ohnehin im Kopf hatte. Auf das Publikum machte dies großen Eindruck, offensichtlich auch auf Kaiser Joseph II., der Mozart aus der kaiserlichen Loge beobachtete. In einem Brief berichtet Mozarts Vater Leopold 1784 an Wolfgangs Schwester Nannerl, dass selbst der Kaiser Mozart bei seinem Auftritt ein Kompliment gemacht und “Bravo Mozart!” gerufen habe.

Julia Teresa Friehs