Das tolle Leben Herzog Siegmunds „des Münzreichen“

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Siegmund führte in Innsbruck einen glänzenden Hof: Auf ihn geht der großartige spätgotische Ausbau der Innsbrucker Hofburg zurück. Getrübt war die schillernde Atmosphäre am Innsbrucker Hof durch die Kinderlosigkeit Siegmunds.

Seine erste Gemahlin Eleonore von Schottland (1433–1480) wuchs am französischen Hof auf, wo eine ihrer Schwestern mit dem Thronfolger Frankreichs vermählt war. Ihre 1448 geschlossene Ehe mit Siegmund führte sie 1449 nach Innsbruck, wo sie relativ isoliert und zurückgezogen lebte. Aus der langen Ehe – sie währte 31 Jahre – gingen keine Kinder hervor.

Nach dem Tod der ersten Gemahlin 1480 vermählte sich der mittlerweile 56-jährige Witwer Siegmund 1484 mit der erst 16-jährigen Katharina von Sachsen. Die Ehe der ungleichen Partner war höchst unerfreulich und blieb kinderlos. Bezeichnend dafür ist die Affäre um einen angeblich von ihr geplanten Giftmord an ihrem Gatten. Es handelte sich dabei aber um ein bösartiges Gerücht, das eine der zahlreichen Mätressen Siegmunds in die Welt gesetzt hatte. Später, nach dessen natürlichem Tod, ging Katharina eine weitere Ehe mit dem Herzog von Braunschweig ein.

Siegmund blieb somit ohne legitime Nachkommen – er soll es aber laut Legende auf 50 außereheliche Kinder gebracht haben.

In der Spätzeit seiner Regentschaft, als sich bei ihm Anzeichen einer zunehmenden Senilität bemerkbar machten, gewann die Günstlingswirtschaft an Bedeutung. Die Favoriten des Fürsten, die sich schamlos bereicherten, galten im Land als die „bösen Räte“ und sollen ihrem kinderlosen Herrn gar zu einer Verpfändung des gesamten Landes an den Herzog von Bayern geraten haben. Dies führte zu einer Entmachtung Siegmunds durch den Senior des Hauses Habsburg, Kaiser Friedrich III., der 1487 nach Innsbruck reiste und energisch auf seinen Verwandten einwirkte, sodass dieser 1490 schließlich abdankte und die Regentschaft Friedrichs Sohn Maximilian übertrug. Tirol fiel somit an die Hauptlinie der Dynastie.

Siegmund starb 1496 und wurde in der Stiftskirche des Zisterzienserklosters Stams im Tiroler Oberinntal begraben. 

Martin Mutschlechner